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Abgehörtes Telefonat : Regierung rügt Timoschenkos „Gewaltphantasien“

Bereit, „mit einer Kalaschnikow in die Stirn zu schießen“: Julija Timoschenko Bild: dpa

Julija Timoschenko ist nach eigener Aussage „bereit, dem Dreckskerl mit einer Kalaschnikow in die Stirn zu schießen“ - eine Äußerung, die für Regierungssprecher Seibert nicht akzeptabel ist. Unterdessen meldet Moskau, die Krim sei vollständig unter russischer Kontrolle.

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          Die Bundesregierung hat die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julija Timoschenko wegen ihrer Aussage gerügt, sie sei „selbst bereit, dem Dreckskerl mit einer Kalaschnikow in die Stirn zu schießen“. Die vermutlich auf Putin bezogene Aussage stammt aus einem Telefonat der Politikerin, dessen Mitschnitt von Unbekannten im Internet veröffentlicht worden ist. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte dazu, bei aller Gegnerschaft zum russischen Vorgehen auf der Krim gebe es Grenzen in Sprache und Denken, die nicht überschritten werden dürften. „Gewaltbilder, Gewaltphantasien liegen weit jenseits dieser Grenzen.“

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

          Unterdessen haben die russischen Streitkräfte die Krim nach eigenen Angaben militärisch nun völlig unter ihrer Kontrolle. Generalstabschef Valerij Gerassimow sagte am Mittwoch, über allen 193 Stützpunkten, die bisher der ukrainischen Armee gehörten, wehe nun die russische Flagge. Am Dienstagabend hatten russische Einheiten das letzte Schiff auf der ukrainischen Marine auf der Krim gestürmt, das noch nicht eingenommen worden war oder sich ergeben hatte. Nach Angaben ukrainischer Medien hat die russische Schwarzmeerflotte sich 51 Schiffe der ukrainischen Marine angeeignet, zehn seien unter ukrainischer Kontrolle geblieben, darunter das Flaggschiff „Hetman Sahajdatschnyj“, das sich bei Beginn der Krim-Krise nicht in seinem Heimathafen Sewastopol befunden hatte. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete, Moskau wolle seine Einheiten auf der Krim massiv verstärken.

          Der russische Generalstabschef Gerassimow sagte, die ukrainischen Soldaten, die nicht in der russischen Armee dienen wollten, könnten die Krim gemeinsam mit ihren Familien und ihrem persönlichen Besitz, aber ohne ihre Waffen per Eisenbahn verlassen. Bisher hätten etwa 1500 Personen diesen Wunsch geäußert. Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte Anfang der Woche angegeben, von den etwa 18000 ukrainischen Soldaten auf der Krim sei etwa die Hälfte zur russischen Armee übergelaufen. Das ukrainische Außenministerium gab am Mittwoch an, Russland ziehe weitere Truppen an der ukrainisch-russischen Grenze zusammen. In den vergangenen Tagen seien 40 Vorfälle registriert worden, in denen russische Drohnen die Lage im ukrainischen Grenzgebiet erkundet hätten.

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