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Studien über Ausgangssperren : Abends nur noch drinnen?

Mitarbeiter des Ordnungsamts Hagen kontrollieren die Straßen. In der Stadt gilt seit dem 12. April eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Bild: dpa

Deutschland streitet über Ausgangssperren. Sind sie sinnvoll – oder sogar kontraproduktiv? Mobilfunkdaten geben Aufschluss.

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          Wer zum Jahreswechsel in Frankreich eine private Feier plante, dachte über die Gästeliste besser zweimal nach. Denn eines war klar: Vor sechs Uhr morgens würde man die Partybesucher nicht mehr loswerden. Es herrschte eine nächtliche Ausgangssperre ab 20 Uhr. So manche Party mag da eine gewisse Zähigkeit entwickelt haben, zumindest wenn man nicht das Risiko eines Bußgeldes von 135 Euro eingehen wollte. Dass die Maßnahme private Feiern vermieden hätte, wie es eigentlich beabsichtigt war, scheint dagegen unwahrscheinlich — selbst in den Zeitungen waren Empfehlungen zu lesen, bei den Gastgebern notfalls zu übernachten.

          Sibylle Anderl
          Redakteurin im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Trotzdem setzt Frankreich immer wieder darauf, seinen Bürgern die nächtliche Mobilität zu verbieten. In vielen Departements ist die jüngste Ausgangssperre seit Oktober in Kraft. Aber ist es epidemiologisch wirklich sinnvoll, die Bevölkerung nachts in die eigenen vier Wände zu zwingen? Die grundsätzliche Motivation ist klar: Nächtliche Mobilität ist mit einiger Wahrscheinlichkeit mit privaten Treffen über den eigenen Haushalt hinaus verbunden. Diese lassen sich per Ausgangsbeschränkung relativ einfach verhindern, ohne dass tagsüber berufliche Mobilität betroffen ist. Gleichzeitig ist aber nicht offensichtlich, dass diese massive Freiheitseinschränkung einen ausschlaggebenden Effekt auf das Infektionsgeschehen hat.

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