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Abdullah Öcalan : Besser spät als nie

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Er war das Symbol des kurdischen Kampfs. Nun hat Abdullah Öcalan zur Waffenruhe aufgerufen. Seine Mitstreiter könnten ihm dabei „von der Fahne gehen“.

          Abdullah Öcalan verkörpert wie kaum ein Zweiter den Kampf der Kurden für mehr Rechte. Weil er dafür zu terroristischen Mitteln griff, sitzt er mit Recht in einem türkischen Gefängnis. Dort ist er jetzt zu der Einsicht gelangt, dass es an der Zeit sei, den „bewaffneten Kampf“ einzustellen und eine politische Lösung herbeizuführen. Man hätte sich gewünscht, diese Erkenntnis wäre früher in ihm gereift. Aber besser spät als nie. Nun erhebt sich freilich die spannende Frage, ob seine Anhänger ihm folgen werden.

          Eine politische Lösung läge selbstverständlich im Interesse der Kurden. Öcalan wäre aber nicht der erste Rebellenführer, der als Symbol für eine disparate Organisation unumstritten war, dem aber die Mitstreiter „von der Fahne gehen“, sobald er den Weg des Kampfes verlässt. Unabhängig davon ist allerdings auch der türkische Staat gefordert. Dort haben Kurden - wie andere Minderheiten - kein leichtes Leben. Wenn die türkische Regierung es schafft, der kurdischen Bevölkerung ein wirklich attraktives Angebot zu machen, könnte ein langwieriger Konflikt vor dem Ende stehen.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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