https://www.faz.net/-gpf-77uf9

Abdullah Öcalan : Besser spät als nie

  • -Aktualisiert am

Er war das Symbol des kurdischen Kampfs. Nun hat Abdullah Öcalan zur Waffenruhe aufgerufen. Seine Mitstreiter könnten ihm dabei „von der Fahne gehen“.

          1 Min.

          Abdullah Öcalan verkörpert wie kaum ein Zweiter den Kampf der Kurden für mehr Rechte. Weil er dafür zu terroristischen Mitteln griff, sitzt er mit Recht in einem türkischen Gefängnis. Dort ist er jetzt zu der Einsicht gelangt, dass es an der Zeit sei, den „bewaffneten Kampf“ einzustellen und eine politische Lösung herbeizuführen. Man hätte sich gewünscht, diese Erkenntnis wäre früher in ihm gereift. Aber besser spät als nie. Nun erhebt sich freilich die spannende Frage, ob seine Anhänger ihm folgen werden.

          Eine politische Lösung läge selbstverständlich im Interesse der Kurden. Öcalan wäre aber nicht der erste Rebellenführer, der als Symbol für eine disparate Organisation unumstritten war, dem aber die Mitstreiter „von der Fahne gehen“, sobald er den Weg des Kampfes verlässt. Unabhängig davon ist allerdings auch der türkische Staat gefordert. Dort haben Kurden - wie andere Minderheiten - kein leichtes Leben. Wenn die türkische Regierung es schafft, der kurdischen Bevölkerung ein wirklich attraktives Angebot zu machen, könnte ein langwieriger Konflikt vor dem Ende stehen.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“

          Neue Proteste in Amerika : „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“

          In Amerika gehen die Proteste mit unverminderter Kraft weiter. Drei frühere Verteidigungsminister sowie 86 weitere frühere Verteidigungspolitiker und Offiziere stellen sich derweil in einem Gastbeitrag gegen Trumps Militär-Drohung.

          Gemeinsam gegen Rassismus

          Solidarität mit George Floyd : Gemeinsam gegen Rassismus

          In Deutschland protestieren Zehntausende in mehreren Großstädten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Allein in München gehen mehr als 25.000 Menschen auf die Straße. Auch in anderen Ländern kommt es zu Protesten – entgegen der Empfehlung der Behörden.

          Topmeldungen

          Tourismus : Schweiz buhlt um Deutsche

          Den Eidgenossen fehlen die ausländischen Gäste, vielen Hotels droht der Konkurs. Nun wollen sie bei deutschen Touristen punkten – mit praktischen und geldwerten Angeboten.
          Gut gelaunt mit amerikanischen Soldaten am Truppenstützpunkt Ramstein: Amerikas Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

          Trumps Abzugspläne : Ein weiterer Tiefschlag

          Sollten Tausende amerikanische Soldaten Deutschland verlassen, würde das vor allem dem Pentagon selbst zu schaffen machen. Für das transatlantische Verhältnis aber verheißt es nichts Gutes.
          Nicht nur Gnabry (links) und Goretzka trafen für den FC Bayern in Leverkusen.

          4:2 in Leverkusen : Der FC Bayern ist eine Klasse für sich

          Die Münchner meistern die wohl größte Hürde, die auf dem Weg zum Titel noch zu nehmen war, mit dem klaren Sieg in Leverkusen souverän. Die fußballerische Perfektion erinnert an die besten Phasen unter Pep Guardiola.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.