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Kriegsgedenken in Moskau : Merkel nennt Annexion der Krim „verbrecherisch“

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„Wir verneigen uns vor den Opfern“: Merkel und Putin am Grab des unbekannten Soldaten Bild: Reuters

Am Tag nach der großen Militärparade in Moskau gedenken Angela Merkel und Wladimir Putin gemeinsam am Grabmal des Unbekannten Soldaten der Opfer des Zweiten Weltkriegs. Die Kanzlerin scheut sich anschließend nicht, den Ukraine-Konflikt und die Krim-Annexion mit deutlichen Worten anzusprechen.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin haben am Sonntag in Moskau gemeinsam der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht. Sie legten Kränze am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kremlmauer nieder. Danach sagte Merkel, sie als Bundeskanzlerin verneige sich „vor den Millionen Opfern, die dieser Krieg, vom nationalsozialistischen Deutschland entfesselt, gefordert hat“.

          Es werde immer im Bewusstsein bleiben, „dass es die Völker der Sowjetunion waren, die Soldaten der Roten Armee, die damals die höchste Zahl der Opfer zu beklagen hatten“. Diese bitteren Erfahrungen der Geschichte seien eine Lehre, dass die schwierigen Situationen wie die gegenwärtige nur diplomatisch gelöst werden könnten, sagte Merkel mit Blick auf den Ukraine-Konflikt. Es gebe nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) „sehr sehr viele Verstöße“ gegen die in Minsk vereinbarte Waffenruhe „von der separatistischen Seite“. Sie fügte hinzu, „ich glaube, der russische Präsident hat Einfluss auf die Separatisten“.

          Merkel und Putin während der Militärischen Zeremonie in Moskau Bilderstrecke

          Putin äußerte Anerkennung für die Worte der Kanzlerin über die Opfer des deutschen Krieges gegen die Sowjetunion. Es habe „viel schlimmere Zeiten“ gegeben als die gegenwärtigen. Er hob insbesondere die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland hervor und versprach neuerlich, mit Blick auf die Ostukraine „alles“ Russland Mögliche zur Beilegung der Krise zu tun.

          Merkel sagte, nach der Unterzeichnung des Minsker Abkommens im Februar habe sie auf einen Waffenstillstand gehofft. Der sei dann aber „überhaupt nicht eingetreten“. Besonders erwähnte die Kanzlerin die Einnahme der Stadt Debalzewe. Sie appellierte an „diejenigen, die in Donezk und Luhansk das Sagen haben“, Hilfslieferungen der Kiewer Regierung zuzulassen, um die humanitäre Lage der Bevölkerung zu verbessern.

          Mit Blick auf den Beginn der Krise sagte Merkel, die deutsch-russische Zusammenarbeit „hat durch die verbrecherische und völkerrechtswidrige Annexion der Krim und die militärische Auseinandersetzung in der Ostukraine einen schweren Rückschlag erlitten“. Delegationskreise brachten diese erstmalige Einstufung der Annexion der Krim durch Merkel als „verbrecherisch“ in Zusammenhang mit vorangehenden Äußerungen des Bedauerns über die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands.

          Merkel hatte in Moskau der Opfer gedenken, wie andere westliche Staats- und Regierungschefs aber nicht an der großen Militärparade teilnehmen wollen, mit der Russland am Samstag an den Sieg im Zweiten Weltkrieg vor 70 Jahren erinnert hatte. Am Sonntag wurde auch in Großbritannien an das Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert. Königin Elisabeth II., ihr Mann Prinz Philip, Thronfolger Prinz Charles mit seiner Frau Camilla sowie Veteranen waren am Sonntag in die Kirche Westminster Abbey zu einem Gottesdienst gekommen. Alsdann zog eine Parade durch London.

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