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60 Jahre Antarktis-Vertrag : Ein Kontinent für die Wissenschaft

Forschung für Umweltschutz: Zwei deutsche Wissenschaftler der Polarstern-Expedition des Alfred-Wegener-Instituts nehmen Ende August in der Antarktis Schneeproben zur Untersuchung der Plastikverschmutzung auf dem Kontinent.. Bild: EPA

Der 1959 geschlossene Antarktis-Vertrag ist ein Musterbeispiel der Zusammenarbeit mächtiger Staaten im Interesse der Menschheit. Die Vereinbarung steht aber auch vor neuen Herausforderungen. Ein Land spielt dabei eine besondere Rolle.

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          Auf vielen Weltkarten erscheint die Antarktis nur als ein schmaler Rand am unteren Teil der Karte. Dabei ist der Kontinent größer als Europa. Er ist aber auch eines der am weitesten abgelegenen und unwirtlichsten Gebiete der Erde. Außer den Mitarbeitern der Forschungsstationen gibt es keine Bevölkerung. Zu 99 Prozent mit Eis bedeckt, wurde an einem Ort sogar die Extremtemperatur von rund minus 98 Grad Celsius gemessen. Vielleicht ist die Antarktis auch aus diesem Grund bis heute ein Gebiet, das sich außerhalb des Systems der Nationalstaaten befindet. Dabei erheben Argentinien, Australien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland und Norwegen Hoheitsansprüche auf Teile des Kontinents. In einem bemerkenswerten Schritt hatten sich die Länder aber am 1. Dezember 1959 dazu verpflichtet, diese Ansprüche ruhen zu lassen.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Der 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Antarktis-Vertrages erfährt in Europa trotz dieser Leistung nur wenig Beachtung. „Der Vertrag ist, was die Aufmerksamkeit angeht, ein Opfer seines eigenen Erfolges“, sagt Patrick Flamm, Lecturer für Internationale Beziehungen an der Victoria University in Wellington, Neuseeland. Der Deutsche sieht den Antarktis-Vertrag als eines der erfolgreichsten internationalen multilateralen Abkommen. Er habe die Antarktis zu einem Kontinent der Wissenschaft und der friedlichen Kooperation gemacht. Mitten im Kalten Krieg hatten sich auch die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion zur Unterzeichnung durchringen können. Die Zusammenarbeit ist von Konsens geprägt und habe etwa beim Umweltschutz immer wieder Lösungen gefunden.

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