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Laschet oder Söder? : 50 CDU-Abgeordnete fordern Abstimmung über K-Frage

Den Atem des Gegners im Nacken: Armin Laschet, dahinter Markus Söder. Bild: dpa

Immer mehr Bundestagsabgeordnete aus der gemeinsamen Fraktion von CDU und CSU wollen über den Kanzlerkandidaten der Union abstimmen. Einer sagt: das sind Stimmen für Söder.

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          50 Bundestagsabgeordnete der CDU verlangen, die gemeinsame Fraktion von CDU und CSU an der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union zu beteiligen. Damit würde im Wettbewerb zwischen den unerklärten Anwärtern, dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet und dem CSU-Chef Markus Söder, ein Verfahren angewendet, das 1979 schon dazu geführt hat, dass der damalige CSU-Bewerber Franz Josef Strauß den Kandidaten der CDU, Ernst Albrecht, verdrängen konnte.

          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Zu den 50 Unterzeichner der Liste, die der Frankfurter Allgemeinen  Sonntagszeitung vorliegt, gehören der Vorsitzende des Europaausschusses Gunther Krichbaum, die wirtschaftspolitische Fraktionssprecherin Saskia Ludwig und der Chef des Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten.

          In der gemeinsamen Erklärung verlangen die Abgeordneten, dass vor der Entscheidung über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten der Union „in einer parteiübergreifenden Fraktionssitzung von CDU und CSU darüber diskutiert und im Zweifel auch entschieden wird.“

          Einer der Unterzeichner sagte der F.A.S., seiner Ansicht nach könne die Forderung nach einer Abstimmung in der Fraktion als Signal der Unterstützung für Markus Söder gelesen werden. Diese Ansicht wird auch in der CSU geteilt. Dort heißt es, eine Abstimmung in der Unionsfraktion könne für Laschet riskant werden. Wenn er  nur knapp gewinne, könne das dazu führen, dass er  beschädigt in den Bundestagswahlkampf gehe. Das wiederum gefährde nicht nur seinen Sieg im September sondern auch seine Position als CDU-Chef und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Deshalb könne die Aussicht auf  eine Abstimmung in der Fraktion dazu beitragen, ihn zum Verzicht zu bewegen.  

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