Brandt-Zitat :
In der Erinnerung zusammengewachsen

Von Günter Bannas, Berlin
Lesezeit: 5 Min.
Zum Kennenlernen über die Grenze: Hans-Jochen Vogel, Willy Brandt, der später enttarnte Stasi-Spitzel Ibrahim Böhme und Martin Gutzeit (v.l.) am 10.November 1989 im Ost-Berliner Hotel Albrechtshof
Brandts Worte an die Jubelnden in Berlin am Tag nach dem Mauerfall sind legendär: Nun wachse zusammen, was zusammengehöre. Das Problem: Brandt hat das dort damals gar nicht gesagt.

Ansgar Hocke, der erfahrene Berlin-Reporter des „Senders Freies Berlin“ (SFB), mag aufgewühlt und angespannt gewesen sein – an jenem Freitag, dem 10. November 1989. Am Vorabend war die Mauer geöffnet worden. Tausende Menschen strömten zwischen Ost- und West-Berlin hin und her. In der brodelnden, noch geteilten Stadt wurde eine Kundgebung vorbereitet – vor dem Rathaus Schöneberg, dort, wo John F. Kennedy 1963 den Satz „Ich bin ein Berliner“ ausgerufen hatte. Helmut Kohl, der Bundeskanzler, unterbrach seinen Besuch in Warschau. Willy Brandt, der vormalige Bundeskanzler und davor Regierender Bürgermeister, traf vormittags in Berlin ein.

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