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Besuch zum Mauerfall-Jubiläum : Gorbatschow lobt Deutschland

  • Aktualisiert am

Besuch am Checkpoint Charlie nach einem Vierteljahrhundert Deutscher Einheit: Michail Gorbatschow Bild: dpa

Seine Politik ebnete in den 80er Jahren den Weg für die Deutsche Einheit: 25 Jahre nach dem Mauerfall kehrt Michail Gorbatschow nach Berlin zurück - und stellt Deutschland ein gutes Zeugnis aus.

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          25 Jahre nach dem Mauerfall ist der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow am früheren alliierten Grenzübergang Checkpoint Charlie in Berlin mit Applaus empfangen worden. „Ich bin auch stolz darauf, dass ich ein bisschen etwas beigetragen habe dazu, dass wir heute so leben wie wir leben“, sagte der 83-Jährige am Freitag einer Übersetzerin zufolge.

          Gorbatschow beglückwünschte die Bürger der Hauptstadt, die er 1966 erstmals besucht habe: „Ich erinnere mich an eine finstere, zerstörte Stadt“. Heute sehe er, wie schön Berlin geworden sei. Mitte der 1980er Jahre hatte der Politiker den historischen Wandel mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) eingeleitet.

          Gorbatschow bei der Eröffnung des Projekts „Lichtgrenze 2014“ am Freitag in Berlin
          Gorbatschow bei der Eröffnung des Projekts „Lichtgrenze 2014“ am Freitag in Berlin : Bild: dpa

          „'Tear down this Wall!' haben wir nicht so ernst genommen“

          Mit Blick auf das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen forderte Gorbatschow die Länder auf, ihre Spannungen in den Griff zu kriegen. Die Geschichte lehre, dass ein gutes deutsch-russisches Verhältnis für alle Länder gut sei - nicht nur für die beiden betroffenen Völker.

          Im Vorfeld seines Berlin-Besuches hatte Gorbatschow angekündigt, er werde die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Berlin verteidigen: „Ich bin absolut überzeugt, dass Putin heute besser als jeder andere die Interessen Russlands verfolgt. Es gibt natürlich in seiner Politik etwas, das kritisierbar ist. Aber ich will dies nicht tun, und ich will auch nicht, dass jemand anderes dies tut“, hatte er am Donnerstag der russischen Nachrichtenagentur Interfax gesagt.

          Gorbatschow, der Mitte der achtziger Jahre mit seiner Reformpolitik die politische Öffnung der Sowjetunion einleitete und damit auch den Weg für den Fall der Mauer bereitete, nimmt am Wochenende an den Gedenkfeiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin teil.

          Seine kurze Rede hielt Gorbatschow neben einem Überrest der Berliner Mauer. Er verewigte seine Handabdrücke auf einer darauf angeschraubten Gipsplatte - währenddessen wurde Pink Floyds „Another Brick in the Wall“ gespielt. Wichtig war dem Gast die Möglichkeit, sich danach die Hände waschen zu können: „Wie kann ich den Menschen sonst die Hand geben?“ Zu einem Bad in der Menge kam es aber nicht.

          Zu dem berühmten Satz „Tear down this Wall!“ („Reißen sie diese Mauer nieder!“) des damaligen amerikanischen Präsidenten und Film-Darstellers Ronald Reagan an ihn sagte Gorbatschow: „Ehrlich gesagt haben wir das gar nicht so ernst genommen, schließlich ist er ein Schauspieler“. Vielmehr habe die russische Führung den Mauerfall zugelassen, weil sie gesehen habe, dass „Deutschland so weit war“.

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