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  • Vor 50 Jahren

    Die Welt kam nicht zur Ruhe

  • Es ist 1968. Rund um den Globus demonstrieren Tausende gegen den Vietnam-Krieg. Martin Luther King wird erschossen, Robert Kennedy wird erschossen. Rudi Dutschke überlebt ein Attentat. Studentenproteste in Deutschland. Der Prager Frühling wird niedergeschlagen, die RAF setzt in Frankfurt zwei Kaufhäuser in Brand. Oswalt Kolle kommt mit seinem Aufklärungsfilm „Das Wunder der Liebe“ in die Kinos und Johnny Cash tritt live im Folsom Prison auf. Der elfjährige Heintje stürmt die Charts, Nixon wird amerikanischer Präsident. Und an Heiligabend umkreist die „Apollo 8“ den Mond. Eine Zeitreise in Bildern.

    Von Tatjana Heid, Bildredaktion Henner Flohr

  • 1. Januar Sex für alle. Der Aufklärungsfilm „Das Wunder der Liebe“ feiert Premiere. Unter anderem die katholische Kirche ist entsetzt. Pornographie hin, Aufklärung her: Die 68er stehen wie keine andere Generation für freie Liebe und sexuelle Freiheit.

    Foto: picture alliance
  • Internationale Kochkunstausstellung. Eine Frau ruht sich auf dem Messegelände in Frankfurt aus.

    Foto: Lutz Kleinhans
  • 1. Februar Ein Bild schreibt Geschichte – und steht wie kaum ein anderes für die Brutalität des Vietnamkrieges. Der südvietnamesische Brigadegeneral Nguyen Ngoc Loan erschießt einen Vietcong, die Medien sind live dabei. Wenige Tage zuvor hatte Nordvietnam die Tet-Offensive begonnen, die schließlich den Rückzug der Vereinigten Staaten einleitete. Insgesamt starben während des Vietnamkrieges mindestens vier Millionen Menschen.

    Foto: AP
  • Frühjahr 1968 Studentenproteste in Frankfurt. „Unter den Talaren der Muff von Tausend Jahren“, hieß es auf Deutschlands Straßen. In Berlin, Frankfurt, München und zahlreichen anderen Städten demonstrieren Studenten gegen die fehlende Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, gegen die Große Koalition unter Kanzler Kiesinger – und den Vietnamkrieg.

    Foto: Barbara Klemm
  • 2. April In der Nacht auf den 3. April brennen der Kaufhof und das Kaufhaus Schneider auf der Frankfurter Zeil. Einen Tag später werden Andreas Baader und Gudrun Ensslin festgenommen. Es ist das erste von zahlreichen Attentaten der RAF, die mehr als 30 Menschen das Leben kosten und im Deutschen Herbst 1977 gipfeln werden.

    Foto: dpa
  • April 1968 Der Leichnam von Martin Luther King wird auf einem Eselskarren durch die Straßen von Atlanta gezogen, zahlreiche Anhänger folgen. Der Bürgerrechtler war am 4. April in Memphis erschossen worden. Nach seiner Ermordung kommt es in mehr als 100 amerikanischen Städten zu Ausschreitungen, Dutzende sterben, Tausende werden verletzt oder verhaftet. Vierzig Jahre später hat Amerika den ersten schwarzen Präsidenten.

    Foto: AP
  • 11. April Attentat auf Rudi Dutschke. Der Hilfsarbeiter Josef Bachmann schießt dreimal auf den Studentenführer, er handelt wohl aus rechtsradikalen Motiven. Dutschke überlebt schwer verletzt. Bei anschließenden Ausschreitungen greifen linke Demonstranten das Axel-Springer-Hochhaus mit Molotow-Cocktails an. Die Bild-Zeitung hatte zuvor wochenlang gegen die Studentenbewegung agitiert.

    Foto: Picture-Alliance
  • Mai 1968 Ja, es gab einmal einen deutschen Fußballmeister, der zwar aus Bayern aber nicht aus München kam! 1968 holte der 1. FC Nürnberg die Meisterschale, zum bislang letzten Mal in seiner Geschichte. Hier feiert Schlagerstar Udo Jürgens mit der Mannschaft auf dem Nürnberger Hauptmarkt.

    Foto: Picture-Alliance
  • Auch das ist 68: Tanzen lernen in Frankfurt.

    Foto: Wolfgang Haut
  • 5. Juni Schüsse auf Robert F. Kennedy. Der tödlich getroffene Präsidentschaftskandidat liegt in den Armen des Hilfskellners Juan Romeros im Ambassador Hotel in Los Angeles, er stirbt am darauffolgenden Tag. Sein Tod, nur zwei Monate nach dem Mord an Martin Luther King, erschüttert Amerika zutiefst.

    Foto: epd-bild / Keystone
  • 20./21. August Die Staaten des Warschauer Paktes marschieren in die Tschechoslowakei ein und beenden den Prager Frühling. Die Bemühungen des tschechoslowakischen Kommunistenführers Alexander Dubček, einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ zu schaffen, finden ein gewaltsames Ende.

    Foto: epd-bild / KEYSTONE / Fred Sch
  • 5. November Der Republikaner Richard Nixon wird amerikanischer Präsident. Er ist der bislang einzige, der von seinem Amt zurücktreten musste. Grund war die Watergate-Affäre.

    Foto: Picture-Alliance
  • 24. Dezember „Can you hear me, Major Tom?“ Das amerikanische Raumschiff „Apollo 8“ umkreist erstmals den Mond und dem Astronaut William Anders gelingt eher zufällig dieses spektakuläre Foto: Die kleine Erde geht über dem Mondhorizont auf. Übrigens, David Bowie soll „Space Oddity“ geschrieben haben, nachdem er Stanley Kubricks „2001: A Space Odyssey“ gesehen hat. Der Film kam – wie sollte es anders sein – 1968 in die Kinos.

    Foto: dpa

Quelle: FAZ.NET

Veröffentlicht: 02.02.2018 08:10 Uhr