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11. September : Die Bedrohung bleibt

Seit dem 11. September 2001 kämpfen die Vereinigten Staaten im Krieg gegen einen mächtigen Gegner. Dessen Anführer konnten sie ausschalten, doch die Bedrohung nicht. Der Gegner bildet ständig neue Metastasen.

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          An diesem Donnerstag jähren sich die Terroranschläge von New York, Washington und Pennsylvania zum dreizehnten Mal. Seit jener Zeit stehen die Vereinigten Staaten im Krieg – gegen einen Gegner, dessen Anführer sie töten konnten, der als Ganzes aber nicht auszuschalten war, sondern neue Metastasen bildete.

          Präsident Obama wollte diesen Krieg nicht ad infinitum führen, so wie die Bevölkerung genug hatte von Afghanistan und vom Irak. Doch neues Unheil ist heraufgezogen, der „Islamische Staat“, dessen Brutalität angeblich sogar Al Qaida zuwider ist. Wieder sehen sich die Vereinigten Staaten provoziert, und anders als noch im vergangenen Jahr, als die Amerikaner von Luftangriffen gegen Einrichtungen des Assad-Regimes nichts hielten, ist eine beachtliche Mehrheit heute für ein militärischen Vorgehen, genauer: für Luftangriffe gegen die islamistische Terrormiliz nicht nur im Irak, sondern auch in Syrien.

          Es ist offensichtlich, was den Meinungsumschwung bewirkte und was auch den wie so oft zögernden Präsidenten beeinflusste: die Enthauptung zweier Landsleute durch Dschihadisten, dazu Berichte über andere Greueltaten der Terroristen. Man kann Zweifel an der Geradlinigkeit einer Politik hegen, die den Stimmungsschwankungen der Bevölkerung zu folgen scheint. Aber es ist richtig, sich der neuen islamistischen Bedrohung entgegenzustellen, die bis nach Europa und nach Südostasien ausstrahlt. Das Regime, das der „Islamische Staat“ errichten will, beruht auf Terror und ungezügelter Mordlust.

          In seiner Ansprache an die Nation musste Obama somit nicht mehr die Bevölkerung für eine Ausweitung und Intensivierung der Luftschläge gewinnen. Die ist da ganz auf seiner Seite, selbst wenn im Allgemeinen nur eine Minderheit mit seiner Amtsführung zufrieden ist. Auch der Kongress stellt kein allzu großes Hindernis dar.

          Obamas Hauptaufgabe besteht darin, eine starke internationale Koalition zusammenzustellen, die die Schlüsselländer der arabisch-islamischen Welt einschließt. Die müssen den Kampf gegen islamistischen Terrorismus zu ihrer Sache machen, anstatt die Milizen heimlich zu fördern. Doch ohne die Vereinigten Staaten geht es offenkundig nicht, ohne einen entschlossenen Präsidenten mit überzeugender Strategie auch nicht. Die Vorhersage bewahrheitet sich: Der Antiterrorkampf wird Generationen in Atem halten.

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