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Papst-Äußerungen zur Homo-Ehe : Beck fordert „mehr Respekt für Lesben und Schwule“

  • Aktualisiert am

Papst Franziskus begrüßt Würdenträger bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz im Dezember Bild: Tony Mondello / Allpix Press

Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck unterstellt Papst Franziskus einen „theologischen Rückfall“ vor das Zweite Vatikanische Konzil. Der Papst hatte die Homo-Ehe als einen „anthropologischen Rückschritt“ bezeichnet.

          Einen „theologischen Rückfall“ vor das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) hat der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, Papst Franziskus im Blick auf dessen Position zur Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften vorgeworfen. Zuvor hatte der Weihbischof von Malta, Charles Scicluna, berichtet, dass Franziskus ihm gegenüber in einer Privataudienz ein entsprechendes Gesetzesvorhaben zur Gleichstellung Homosexueller in Malta als „anthropologischen Rückschritt“ bezeichnet habe.

          Beck wertete diese Äußerung als „umso bedauerlicher, weil viele von dem neuen Papst auf mehr Respekt für Lesben und Schwule durch die Kirche gehofft hatten“. Die Kirche solle „aufhören, den weltlichen Gesetzgeber, der den verfassungsrechtlichen Geboten von Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit verpflichtet ist, direkt oder indirekt aufzufordern, die gegenüber Homosexuellen diskriminierende Sexuallehre der Kirche zu übernehmen“, forderte der Grünen-Politiker.

          Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, spricht von einer „diskriminierenden Sexuallehre der Kirche“

          Er verwies auf die „zentrale Schrift des Konzils zur Glaubensfreiheit (Dignitatis humanae)“, in der die Gewissensfreiheit derjenigen betont werde, die nicht den Lehren Roms folgten oder folgen wollten. Mit dieser Position breche Rom, so Beck, „wenn es Regierungen oder Parlamente weiter auffordert, Homosexuelle zu benachteiligen“. Das Familienrecht sei „ein weltlich Ding“, fügte er in Anlehnung an eine Formulierung des Reformators Martin Luther zur Institution der Ehe hinzu.

          Schon als Erzbischof von Buenos Aires hatte der heutige Papst 2010 die rechtliche Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften als „anthropologischen Rückschritt“ bezeichnet. Er gehörte zu den entschiedenen Gegnern eines entsprechenden Gesetzes in Argentinien. Auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro hatte Franziskus gesagt: „Wenn jemand homosexuell ist, Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich ihn zu verurteilen.“ Diese Äußerung hatte bei etlichen Beobachtern Erwartungen geweckt, der Papst könnte die ablehnende kirchliche Haltung zu praktizierter Homosexualität ändern.

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