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Online-Ausstellung : Ganz traut im Heim

  • -Aktualisiert am

Hugo Bürkner: Geschwister beim gemütlichen Vorlesen, 1860, Radierung auf Papier, 12,5 x 13,5 cm, 200 Euro. Bild: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt

Eine Online-Ausstellung der Kunsthandlung H.W. Fichter in Frankfurt widmet sich dem Charme häuslichen Lebens.

          2 Min.

          „Der Zauber der Häuslichkeit“ hat sich während der Corona-Krise bei der Quarantäne in den eigenen vier Wänden, beim Homeoffice oder Homeschooling nicht immer gezeigt. Anders ist das bei einer Online-Ausstellung der Frankfurter Kunsthandlung H.W. Fichter unter diesem Hoffnung verheißenden Titel, mit anziehenden Familienszenen des 18. und 19. Jahrhunderts.

          Die Bandbreite der 33 Zeichnungen, Graphiken und Aquarelle ist, wie auch die Preisspanne, in der Online-Ausstellung erfreulich groß. So sind die anrührenden und für das deutsche 19. Jahrhundert oft typischen Familienszenen des Hugo Bürkner schon für nur 200 Euro zu haben. „Familienglück in Stube mit Piano“ ist der Titel eines seiner Kupferstiche, mit dem Vater am Klavier, der Mutter mit einer Handarbeit, die als liebevolle Eltern von ihren offensichtlich braven drei Kindern umgeben sind, eine Szene aus längst vergangener Zeit. Ähnlich seelenvoll wirkt die Radierung „Geschwister beim gemütlichen Vorlesen“, mit den auf dem Sofa aneinander geschmiegten kleinen Mädchen, die ihrem kaum älteren Bruder zuhören, der ihnen aus einem Kinderbuch vorliest. (200 Euro). Hugo Bürkner war in Dresden Professor und Leiter der Holzschneidekunst an der Kunstakademie und hatte Kontakt zu Ludwig Richter. Mit seinen rund 11.000 Holzschnitten wurden zahlreiche Kinderbücher illustriert.

          Nach Louis Hersent, „Die Kinder des Herzogs von Berry“, 1822, Lithographie auf aufgewalztem Chinapapier, Größe: 32,8 x 26,7 cm, 1600 Euro,
          Nach Louis Hersent, „Die Kinder des Herzogs von Berry“, 1822, Lithographie auf aufgewalztem Chinapapier, Größe: 32,8 x 26,7 cm, 1600 Euro, : Bild: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt

          Das Aquarell eines „Interieurs mit Staffelei“ von einem unbekannten Künstler bezieht seine Prachtentfaltung vor allem aus den türkisfarbigen Wänden im Kontrast zu den rötlichen Vorhängen. Der Schreibtisch mit den üppigen Schnitzereien ist für die Formgestaltung und den Geschmack seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts typisch. Es handelt sich wohl um das Schreibzimmer eines Malers, das vielleicht beim Stil der Darstellung auf den Umkreis von Eduard Gaertner hinweist (3800 Euro).

          „Die Kinder des Herzogs von Berry“ ist eine großartig ausgeführte Lithographie von Hyacinthe-Louis-Victor-Jean-Baptiste Aubry-Lecomte nach Louis Hersent, mit stillem Charme – und mit späteren politischen Folgen: Einst kümmerte sich die kleine Louise Marie Thérèse, wie auf dem Blatt zu sehen, von einem Stühlchen aus um ihren Bruder, Henri d’Artois, Herzog von Bordeaux, der im Bett liegt. Der Vater der beiden Kinder und eigentliche Regent wurde sieben Monate vor der Geburt seines Sohns von Pierre Louvel, einem Sattler in den königlichen Ställen, vor der Pariser Oper am 13. Februar 1820 ermordet. Das Ziel war es, die Bourbonen-Herrschaft in Frankreich zu beenden, aber stattdessen schuf Louvel nur einen neuen Märtyrer, als Symbol für die Restauration in Frankreich. Und Henri d’Artois, das „enfant du miracle“, sein postum geborener Sohn, wurde nach weiteren Ereignissen und Wirren schließlich der Nachfolger von Karl X. (1600 Euro).

          Zu den schönsten Blättern dieses Angebots gehört Daniel Nikolaus Chodowieckis Radierung „Kandide bei einer Abendgesellschaft“. Es gehört zur Illustrationsfolge zu Voltaires satirischer Novelle „Candide oder der Optimismus“. Candide wendet sich dort gegen die optimistische Weltanschauung von Leibniz, aber auch gegen den überheblichen Adel, gegen Inquisition und Sklaverei, und er hat nur Spott für die Naivität der einfachen Leute (120 Euro). Ludwig Richter ist mit der sehenswerten aquarellierten Federzeichnung „Junges Mädchen auf einem Felsvorsprung bei Potschappel in der Sächsischen Schweiz“ vertreten: Eine junge Hirtin hat sich offenbar in einer besonderen Natur mit wuchernden Wurzeln und einem auffallenden Wechsel von dunklen und hellen Partien eingerichtet (8000 Euro).

          https://www.fichterart.de/ausstellungen/zauber-der-haeuslichkeit/
          Online bis Ende September, die Werke bleiben danach bei Fichter abrufbar.

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