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Die Teilnehmer der Krisenkonferenz in Jakarta haben sich einmütig für den Aufbau eines regionalen Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean ausgesprochen.

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          SAN FRANCISCO, 7. Januar. Die Teilnehmer der Krisenkonferenz in Jakarta haben sich einmütig für den Aufbau eines regionalen Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean ausgesprochen. Bei der Entwicklung eines solchen Systems können die Anrainerstaaten des Indischen Ozeans auf die umfangreichen Erfahrungen amerikanischer und japanischer Behörden zurückgreifen. So betreibt der Wetterdienst der Vereinigten Staaten (Noaa) auf der Hawaii-Insel Oahu ein Warnzentrum für den Pazifik, dem sich insgesamt 26 Küstenstaaten des Stillen Ozeans angeschlossen haben. Die Meteorologische Behörde Japans unterhält ein modernes, zum Teil vollautomatisch arbeitendes Warnsystem für die japanische Inselwelt. Auch in Alaska, Chile, Rußland und Französisch-Polynesien gibt es regionale Warnzentren, die eng mit der Zentrale in Honolulu zusammenarbeiten.

          Jedes Warnsystem für Tsunamis besteht aus drei voneinander unabhängigen Komponenten. Eine wirkungsvolle Warnung ist nur dann möglich, wenn alle drei Teilsysteme reibungslos funktionieren. Die zentrale Komponente eines solchen Warnsystems sind kontinuierliche seismologische und ozeanographische Messungen. Da der weitaus größte Teil aller Tsunamis als Folge von Erdbeben entsteht, kann kein Warnsystem ohne die Überwachung der Seismizität auskommen. Am Indischen Ozean ist aber der Aufbau eines eigenen seismischen Meßnetzes wahrscheinlich nicht nötig. Die bestehenden weltumspannenden Netze, etwa das von einer Gruppe amerikanischer Universitäten unterhaltene System "Iris" oder das Netz der in Wien ansässigen UN-Behörde zur Überwachung unterirdischer Kernwaffenversuche, reichen aus.

          Mit Hilfe dieser Registrierungen läßt sich heute nämlich automatisch in wenigen Minuten der Herd jedes Erdbebens mit einer Magnitude von mehr als fünf mit einer Genauigkeit von wenigen Kilometern lokalisieren, unabhängig davon, wo auf der Erde sich das Beben ereignet. Auf diese Weise entgeht den Netzen auch kein Erdbeben, das im Indischen Ozean einen gefährlichen Tsunami auslösen könnte. Allerdings erzeugt nicht jedes Erdbeben in Küstennähe eine Riesenwelle. Nur jene Beben sind - wie die Geowissenschaftler sagen - "tsunamogen", bei denen sich der Meeresboden merklich vertikal auf oder ab bewegt. Die genannten seismischen Meßnetze sind auch in der Lage, solche Bewegungen in wenigen Minuten automatisch zu berechnen.

          Aber auch für diese Art von Beben gilt, daß nicht jedes von ihnen einen Tsunami erzeugt. Gewißheit darüber, ob ein Tsunami entstanden ist, gibt es nur dann, wenn die seismischen Messungen durch ozeanographische Messungen ergänzt werden. Dazu sind die Pegelstandsmesser in den Häfen entlang des Pazifiks über Satelliten mit dem Warnzentrum in Honolulu verbunden. In Japan und an den Küsten Alaskas und Britisch-Kolumbiens werden zur Zeit Versuche unternommen, die Wellen mit Drucksensoren am Meeresboden zu registrieren, bevor sie an Pegeln gemessen werden. Erst wenn sich in den Pegel- oder Wasserdruckmessungen zeigt, daß es eine erhebliche Veränderung des Wasserstandes gegeben hat, verschicken die Mitarbeiter des Warnzentrums einen Tsunami-Alarm an alle Mitgliedstaaten. In vielen Häfen entlang des Indischen Ozeans sind Pegelmesser vorhanden, Drucksensoren gibt es wohl kaum. In jedem Falle müßten diese Meßgeräte über schnelle Datenleitungen mit dem künftigen Warnzentrum verbunden werden.

          Zum wissenschaftlichen Teil eines Tsunami-Warnsystems gehört auch die Computermodellierung einer Flutwelle. Sobald die Zentrale auf Hawaii einen Tsunami erfaßt hat, rechnen Computer dessen Ausbreitung im Pazifik aus. Die Eintreffzeiten der Wellen an fernen Küsten sind in diesen Modellen mit der Genauigkeit von wenigen Minuten hochgerechnet. Die in Honolulu benutzten Modelle können mit wenigen Änderungen auf den Indischen Ozean übertragen werden.

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