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Obama in Riad : Besuch bei einem schwierigen Alliierten

Kühler Empfang: Barack Obama trifft sich mit dem saudischen König Salman bin Abdulaziz. Bild: dpa

Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten waren einst enge Partner. Dann kam es zur Entfremdung. Jetzt besucht Präsident Obama das Land. Die Zeichen stehen auf Spannung.

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          In der saudischen Führung gibt man sich Mühe, möglichst freundliche und vage Formulierungen zu finden. „Es ist Zeit, sich zusammenzusetzen, um die Beziehungen neu zu kalibrieren“, sagt ein Regierungsberater in Riad. Es gehe darum, ein gemeinsames Verständnis der Probleme zu finden, mit denen man konfrontiert sei. Und natürlich fiel auch der Hinweis auf einen Bund, der über Jahrzehnte gehalten habe. Doch es klingt eher, als beschriebe er ein altes Ehepaar, das sich im Laufe der Zeit auseinandergelebt hat. Washington mag nicht die Scheidung wollen – aber in Riad argwöhnt man, Amerika schaue sich nach anderen Bräuten um.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Präsident Barack Obama, der am Mittwoch in der saudischen Hauptstadt eintraf, wurde von König Salman Bin Abd al Aziz Al Saud mit höflichen Worten empfangen, aber ohne Überschwang. Dass Obama die Freundschaft mit Saudi-Arabien vielsagend als „kompliziert“ beschrieben und das Königreich als „sogenannten Alliierten“ bezeichnete, wurde ihm ebenso übelgenommen wie seine Forderung, Riad und Teheran sollten ihren Kampf um die Vorherrschaft in der Region beilegen. „Saudi-Arabien und Iran auf eine Stufe zu stellen, wird hier als beleidigend empfunden“, sagt Jamal Khashoggi, ein einflussreicher saudischer Publizist und früherer Regierungsberater. Das Königshaus hat nicht vergessen, dass Obama den Sturz des ägyptischen Diktators Husni Mubarak zuließ und ihn nicht um der Stabilität willen stützte. Dass er den arabischen Golfstaaten offen zu verstehen gibt, innere Reformen seien dringender als der Machtkampf mit Iran, trägt gleichfalls nicht zur Entspannung bei.

          Der schiitische Erzrivale des sunnitischen Königreichs, so ist in Riad zu hören, werde durch das Atomabkommen und die Aufhebung der Sanktionen weiter entfesselt. Khashoggi verlangte, Obama solle mehr Entschiedenheit zeigen, wenn es darum gehe, sich den iranischen Bestrebungen entgegenzustellen – der Bedrohung durch Irans Raketenprogramm zum Beispiel oder Teherans „destabilisierenden Aktivitäten“ in der Region. Es ist eine wiederkehrende Klage, dass der Präsident nicht genug unternehme, um das mit Iran verbündete Assad-Regime zu stürzen. Nur die (zähneknirschende) amerikanische Unterstützung für den saudischen Feldzug gegen die von Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen wird anerkannt.

          Dass der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter in Riad anbot, die Sicherheitszusammenarbeit zu vertiefen – etwa bei der Ausbildung von Spezialkräften oder dabei, den Waffenschmuggel im Auftrag der Iraner zu unterbinden –, dürfte die Atmosphäre nur leicht erwärmen. „In Riad herrscht die Stimmung, dass Obama ein Problem für Saudi-Arabien ist“, sagt Khashoggi. Hinter vorgehaltener Hand ist von saudischen Politikern schon länger zu hören, man hoffe auf den Nachfolger. König Salman verfolgt ohnehin die Doktrin, im Zweifel selbst zur Tat zu schreiten. Für die Amerikaner ist das wohl eher Fluch als Segen.

          Dabei, so sieht es Jamal Khashoggi, würden sich doch die Salman-Doktrin und die Obama-Doktrin, mehr Engagement regionaler Kräfte einzufordern, bestens ergänzen. Es sei doch ohnehin so, das Amerika seinen Verbündeten am Golf brauche. Das Königreich sei als sunnitische Führungsmacht und regionale Ordnungsmacht unverzichtbar. Der ruinöse Krieg im Jemen, die Menschenrechtslage und der Export des engstirnigen wahhabitischen Staatsislams dürften in Washington nicht gerade als Werbung für seine Idee verstanden werden.

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