https://www.faz.net/-gpc-a97k5

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Neuer Roman von Gstrein : Ein Tiroler in Texas

Norbert Gstrein: Laut seines Erschaffers leidet die Romanfigur Jakob an „pathologischer Herkunftsscham und zugleich an Herkunftsstolz“. (Archivbild) Bild: Picture-Alliance

Im Frankfurter Literaturhaus spricht Norbert Gstrein über seinen Roman „Der zweite Jakob“. Sein Verwirrspiel zwischen Ich-Erzähler und auktorialem Selbst treibt er soweit, dass man Angst vor ihm bekommt.

          2 Min.

          Er hat einen seriösen Charme. So etwas merkt man erst, wenn das Gesicht eines Autors in Großaufnahme auf dem Bildschirm des Computers erscheint: dank Livestream. Und er kann lesen! Norbert Gstrein, ein echter Magister elegantiarum, hat das Frankfurter Literaturhaus besucht und dort mit Sandra Kegel, Co-Chefin des Feuilletons dieser Zeitung, über seinen neuen Roman gesprochen. „Der zweite Jakob“ ist erst vor kurzem im Carl Hanser Verlag in München erschienen und schon in aller Munde: als gruselige Geschichte eines Schauspielers, der mindestens eine Leiche im Keller hat. So genau weiß man das nicht, denn der Autor überlagert diese fiktive Vita seines Jakob Thurner mit allerlei Parallelgeschichten und grundiert seine Fiktion mit autobiographischen Daten. So weit treibt er sein Verwirrspiel zwischen Ich-Erzähler und auktorialem Selbst, dass man Angst vor ihm bekommt.

          Claudia Schülke

          Freie Autorin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch Sandra Kegel hatte keine Angst. Als Literaturkritikerin und Jurymitglied für den Deutschen Buchpreis 2021 kennt sie ihre schreibenden Pappenheimer und weiß zu unterscheiden zwischen einem erzählenden Ich und einem erzählenden Autor, auch wenn dieser wie sein Ich-Erzähler aus Tirol stammt. „Als Tiroler sprechen?“ Das blieb Gstrein ihr schuldig, denn: „Das können Sie nicht wollen.“ Schließlich gab es ja schon Helmut Qualtinger, der das viel besser konnte (allerdings kein Tiroler, sondern Wiener war). In seiner zweiten Lesepassage des Abends sinniert sein Protagonist immerhin über Texas, wo er gerade einen Film dreht, und über Tirol und dessen Austauschbarkeit: „Einmal Tiroler, immer Provinz.“ Jedenfalls wäre sein Jakob in Tirol nicht dem damals künftigen Präsidenten George W. Bush begegnet wie bei einem Bankett in Texas.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Intensivstationen in Brasilien sind voll.

          Mutante in Brasilien : Ein Schreckgespenst mit dem Namen P.1

          Die Intensivstationen in Brasilien sind zu mehr als der Hälfte mit Patienten unter 40 Jahren belegt. Der rasche Anstieg der Infektionen könnte mit der Mutante P.1 zusammenhängen – auch zuvor bereits Infizierte sind nicht sicher.