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Newsletter für Deutschland : Öffnungsankündigungsorgien

Unser Autor: Cai Tore Philippsen Bild: Robert Wenkemann

Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder suchen eine gemeinsame Linie bei den Lockerungen der Corona-Beschränkungen, diskutieren über den Start der Bundesliga und lokale Lockdowns. Was sonst wichtig wird, steht im Newsletter für Deutschland.

          2 Min.

          Mit ihrem Ärger über die „Öffnungsdiskussionsorgien“ hat Angela Merkel in der Coronavirus-Krise vor zwei Wochen ein neues Wort in unserem Sprachgebrauch etabliert. In diesen Tagen legen die Ministerpräsidenten der Länder nach. Angesichts stetig sinkender Zahlen bei den Neuinfektionen und einem Robert-Koch-Institut, das am Dienstag von „positiven Nachrichten“ sprach, überbieten sich die Länderchefs in Öffnungsankündigungsorgien. Selbst Söder will dabei sein und zeichnet den Bayern einen – etwas vorsichtigeren – Stufenplan aus der Krise. An diesem Mittwoch wird die Bundeskanzlerin dann in einer Telefonschalte versuchen, aus dem föderalen Vielklang wieder eine einigermaßen einheitliche Linie im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu komponieren.

          Cai Tore Philippsen

          Verantwortlicher Redakteur für die Redaktion FAZ.NET

          Ob Angela Merkel das gelingt, ist offen. Die Maßnahmen „auf Sicht“ – also im Zwei-Wochen-Rhythmus –  zu lockern, das geht vielen Ministerpräsidenten zu langsam, berichten die Länderkorrespondenten der F.A.Z. Kein Wunder! Ende Mai ist Pfingsten, und wenn die Lockerungsübungen nicht schnell beginnen, kann die Feriensaison in Deutschland nicht anlaufen. Vielen Betrieben droht dann trotz staatlicher Hilfe das Aus. So ist es ebenfalls kein Wunder, dass die Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen vorpreschen. Genervt hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident, Daniel Günther, reagiert und konkrete Schritte für diesen Donnerstag angekündigt. Falls Sie auch den Überblick verloren haben, in welchem Bundesland Sie nach dem Zoobesuch mit ihren vier frisch frisierten Freunden in den Biergarten gehen dürfen, und was nächste Woche alles sonst erlaubt wird, hier ein Überblick.

          Hören die Politiker plötzlich nur noch auf die Wirtschaft und nicht mehr auf die Virologen? Wir haben Sie gefragt, wie Sie die Geschwindigkeit der Lockerungen beurteilen. In einer (nicht repräsentativen) Umfrage auf FAZ.NET haben sich 35 Prozent der Leserinnen und Leser dafür ausgesprochen, dass die Lockerungen schneller gehen sollten, 32 Prozent finden die Geschwindigkeit richtig und 33 Prozent meinen, es geht zu schnell.

          Hoffen wir gemeinsam, dass die Optimisten recht behalten. Doch was, wenn nicht, wenn die zweite oder dritte Welle der Epidemie heftiger ausfällt, als angenommen? Die Antwort der Bundesregierung ist eine Zahl. Wenn mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem Landkreis in einer Woche erkannt werden, sollen dort die Lockerungen wieder zurückgenommen werden. Ein lokaler Lockdown soll dann eine Ausbreitung verhindern. Wir werden also auch in den nächsten Wochen wieder jeden Morgen gebannt auf die Zahlen starren, und an diesem Mittwoch berichten, ob Angela Merkel wenigstens diese gemeinsame Zahl noch durchsetzen kann.

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          Und sonst: Hat sich mit Johannes Kahrs einer der bei den Wählern beliebtesten SPD-Politiker nach 20 Jahren wütend aus dem Bundestag verabschiedet, weil er nicht Wehrbeauftragter werden durfte. Hat sich die Ko-Vorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock im F.A.Z. Podcast für Deutschland über die Rolle der Frauen in der Corona-Krise aufgeregt, sie sieht einen Rollback der alten Rollenbilder. Steht (neben den Fußballern) auch der Breitensport an diesem Mittwoch im Blickpunkt. Hat der auch eine Lobby? Schaun mer mal, würde Franz Beckenbauer sagen.

          Die Nacht in Kürze:

          Einkaufen, Schule, Sport: Der Bund überlässt nun weitestgehend den Ländern die Verantwortung für Lockerungen. Die Bundesregierung besteht aber auf einer Obergrenze von Neuinfektionen, ab der wieder strengere Maßnahmen gelten müssen.

          Familienministerin Giffey fordert einen konkreten Zeitplan für die baldige Öffnung von Kitas: Gerade für Vorschulkinder seien die letzten Wochen vor der Einschulung wichtig.

          Mit einem Immunitätsausweis wollte die Bundesregierung jene ausstatten, die Corona bereits durchlitten haben. Doch bevor der Gesetzentwurf in den Bundestag kam, ist das Vorhaben schon wieder Geschichte.

          Der Pharmakonzern Sanofi kündigt klinische Studien für zwei Coronavirus-Impfstoffe an. Derweil verhandelt Gilead mit internationalen Produzenten, um die globale Versorgung mit seinem COVID-19-Medikament Remdesivir bis 2022 sicherzustellen.

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