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F.A.Z.-Frühdenker : Vertrauen trotz Krise – kann das funktionieren?

Frühling trifft Pandemie: Ein Maskenträger betrachtet die Kirschblüten in Bonn. Bild: Reuters

Die Union einigt sich auf einen Kanzlerkandidaten. Schulen und Kitas müssen wohl bald wieder schließen. Das Vertrauen in die EU sinkt trotz Corona-Krise kaum. Alles Wichtige im F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

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          Das Wichtigste für Sie an diesem Mittwoch: CDU und CSU haben einen Kanzlerkandidaten. Viele Schulen müssen wegen Corona bald wohl wieder geschlossen werden. Und Schalke steigt ab.

          Daniel Mohr
          (dmoh), Wirtschaft

          1. Wird Armin Laschet unser neuer Kanzler?
          2. Kritik an geplanten Schulschließungen
          3. Corona-Politik erschüttert Vertrauen in die EU nicht

          4. Angst vor Eskalation in der Ukraine
          5. Immobilien werden immer teuer
          6. Schalke steigt ab – Bayern fast Meister
          7. Die Queen wird 95

          Optimist: Armin Laschet am Dienstag in Berlin
          Optimist: Armin Laschet am Dienstag in Berlin : Bild: dpa

          1. Wird Armin Laschet unser neuer Kanzler?

          CDU und CSU haben intensiv gerungen, wer sie als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl führen soll. Noch sind nicht alle Gräben wieder zugeschüttet. Eine Umfrage sieht nun die Grünen vorne.

          Kandidat der Herzen: CSU-Generalsekretär Markus Blume rang noch wehmütig mit sich, als er am Dienstag um kurz nach zwölf Uhr seinen Parteichef Markus Söder als Kandidaten der Herzen bezeichnete. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt merkte an, Gremien würden nur funktionieren, „solange ihre Entscheidungen auf Akzeptanz stoßen“ und die Entscheidung des CDU-Vorstands zu akzeptieren, fiel ihm sichtlich schwer. Junge-Union-Chef Tilman Kuban kritisierte „das Bild des gestrigen Abends war kein Bild eines Wahlsiegers, und so können wir nicht in den Wahlkampf ziehen“. Doch am Ergebnis ändert das nichts: Armin Laschet hat die Abstimmung in der CDU gewonnen und Markus Söder das Ergebnis akzeptiert.

          Welche Chancen hat Laschet? In allen Umfragen zur Bundestagswahl am 26. September lagen CDU und CSU vorne. Lediglich eine aktuelle Forsa-Umfrage vom Dienstag sieht nun die Grünen an der Spitze. Nur Willy Brandt 1972 und Gerhard Schröder 1998 und 2002 schafften es für die SPD, die Union vom Thron als stärkste Partei zu stoßen. Die CDU ist die Kanzlerpartei schlechthin in Deutschland. Doch im Schlafwagen gewännen sie die Wahl nicht, hat Markus Söder schon nach den verlorenen Landtagswahlen der CDU in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und vor der Auseinandersetzung mit Laschet gewusst, der wiederum in Nordrhein-Westfalen 2017 bewiesen hat, eine schwierige Wahl knapp für sich entscheiden zu können.

          Kann Laschet Kanzler? Dazu gab es in den vergangenen Tagen zahlreiche abschätzige Äußerungen. Doch der 60 Jahre alte Bergmannssohn und Katholik aus Aachen bewies Stehvermögen. Eine Eigenschaft, die ihm als Kanzler zum Vorteil gereichen würde. Sein rheinischer Frohsinn, stets bereit für ein Lächeln, seine freundliche Art, gepaart mit politischer Erfahrung und Pragmatismus, sind auch keine schlechten Voraussetzungen. Unterschätzt wurde Laschet jedenfalls schon oft.

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          Abstand, Maske und Testen reicht nicht: Der Bundestag will die Schulen schließen.
          Abstand, Maske und Testen reicht nicht: Der Bundestag will die Schulen schließen. : Bild: dpa

          2. Kritik an geplanten Schulschließungen

          Der Bundestag will heute die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes beschließen. Vor allem die Kultusminister sind empört, dass plötzlich Tausende Schulen wieder geschlossen werden sollen.

          Inzidenz 165: Es war die einzige Verschärfung gegenüber dem Vorschlag der Bundesregierung, auf die sich die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD geeinigt haben. Von einer Inzidenz von 165 an sollen die Schulen schließen müssen. Das entspricht dem aktuellen bundesdeutschen Durchschnitt. Will heißen: Etwa die Hälfte aller Schulen muss schließen, wenn das Gesetz heute den Bundestag passiert, morgen den Bundesrat und dann von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgefertigt wird.

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