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F.A.Z. Frühdenker : Wie reagiert Putin auf die NATO-Anträge Finnlands und Schwedens?

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Welche Reaktion wird Wladimir Putin auf die Aufnahmeanträge Finnlands und Schwedens zeigen? Bild: via REUTERS

Schweden und Finnland wollen ihren Aufnahmeantrag bei der NATO einreichen. In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wird um die Regierungsbildung gerungen. Und der Weizenpreis erreicht ein neues Rekordhoch.

          8 Min.

          1. Schweden und Finnland wollen NATO-Antrag einreichen
          2. Ukraine gewinnt Gebiete zurück
          3. Die FDP will in Nordrhein-Westfalen nicht regieren

          4. Biden in Buffalo
          5. Elisabeth Borne führt die französische Regierung
          6. Chinas Lockdown gefährdet die Weltwirtschaft
          7. Weizen so teuer wie nie

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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          Weiß ihr Land hinter sich: Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin bei der NATO-Parlamentsdebatte am Montag
          Weiß ihr Land hinter sich: Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin bei der NATO-Parlamentsdebatte am Montag : Bild: dpa

          1. Schweden und Finnland wollen NATO-Antrag einreichen

          An diesem Dienstag könnte es soweit sein: Die traditionsreiche Bündnisneutralität der nordischen Länder geht zu Ende. Putin gibt sich gelassen.

          Ära: Mehr als 200 Jahre hat sich Schweden bündnisneutral verhalten. In der Parlamentsdebatte zum NATO-Beitritt sagte die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson nun: „Wir verlassen eine Ära und treten in eine neue ein.“ Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin sagte in Helsinki: „Das einzige Land, das die europäische Sicherheit bedroht und jetzt offen einen Angriffskrieg führt, ist Russland.“ An diesem Dienstag, spätestens Mittwoch, wollen Finnland und Schweden nun gemeinsam ihren Aufnahmeantrag bei der NATO einreichen.

          (K)ein Problem: Russlands Präsident Wladimir Putin gab sich in seiner Reaktion betont gelassen. Er habe „kein Problem“ mit Finnland und Schweden. Die Erweiterung der NATO um diese Staaten „schafft keine unmittelbaren Bedrohungen für Russland“, sagte Putin am Montag auf dem Gipfeltreffen des Verteidigungsbündnisses ODKB, dem verschiedene Nachfolgestaaten der Sowjetunion angehören. Putin drohte jedoch sogleich: „Die Ausweitung militärischer Infrastruktur auf diese Gebiete wird unbedingt unsere Antwortreaktion hervorrufen“. Diese werde man von „den Bedrohungen, die uns dort geschaffen werden“, abhängig machen. Die Erweiterung erfolge „im Interesse der USA“ und schaffe „aus dem Nichts“ ein Problem.

          Staatsbesuch: Am heutigen Dienstag wird der finnische Präsident zum Staatsbesuch in Stockholm erwartet, eingeladen und empfangen vom schwedischen König. Insbesondere in Schweden kam der Drang in die NATO sehr plötzlich. Noch im März hatte Ministerpräsidentin Andersson sich skeptisch geäußert und angemerkt, dass ein Antrag in dieser Situation die Sicherheit in der Region destabilisieren und die Spannungen erhöhen könne. Doch nun sei sie auf die Frage, wie wir Schweden am besten schützen können, zu einer anderen Antwort gelangt.

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          Nicht wie früher: Ukrainische Soldaten patrouillieren in einem zurückeroberten Dorf nahe Charkiw : Bild: dpa

          2. Ukraine gewinnt Gebiete zurück

          Russische Truppen haben sich wohl aus der zweitgrößten ukrainischen Region Charkiw zurückziehen müssen. Damit ist die erste große Gegenoffensive der Ukraine erfolgreich gewesen.

          Grenzpfahl: Ein Video des ukrainischen Verteidigungsministeriums zeigt, wie Soldaten nördlich von Kiew an der russischen Grenze einen Grenzpfahl setzen. Russische Truppen hätten einen „geordneten Rückzug“ aus der umkämpften Region antreten müssen. Die Echtheit des Videos lässt sich zwar nicht überprüfen, aber zahlreiche Berichte, darunter des renommierten unabhängigen Institute for the Study of War, deuten darauf hin, dass die Russen nach der Schlacht um Kiew eine zweite schmachvolle Niederlage erlitten haben.

          Unter Kontrolle: Offenbar ist es den ukrainischen Truppen gelungen, das gesamte Gebiet nördlich der Stadt bis zur Grenze unter ihre Kontrolle zu bringen. Für die Ukrainer ist das ein wichtiger Erfolg. Charkiw, das vor Kriegsbeginn rund 1,5 Millionen Einwohner hatte, liegt nun komplett außerhalb der Reichweite der russischen Feldartillerie, die mit Standardmunition bis zu 25 Kilometer weit schießen kann. Das hatten die Russen auch wochenlang getan und besonders in den nördlichen und östlichen Bezirken der Stadt schwere Zerstörung angerichtet.

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