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F.A.Z. Frühdenker : Warum bald die Impfpriorisierung fällt

Impfzentrum in der Frankfurter Festhalle Bild: Frank Röth

Zum 7. Juni wird die Impfpriorisierung in Deutschland aufgehoben. Die Bundesregierung verurteilt die antisemitischen Krawalle. Und laut Israel wurden bisher rund 3350 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert. Der F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          8 Min.

          Das Wichtigste für Sie an diesem Dienstag: Bund und Länder heben die Impfpriorisierung zum 7. Juni auf. Antisemitismus muss uns alle beschämen. Und in Gaza gehen die Kämpfe weiter.

          Philip Eppelsheim
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          1. Ende der Impfpriorisierung
          2. Mehr Ängste bei Kindern und Jugendlichen
          3. Beschämender Antisemitismus
          4. Kämpfe zwischen Hamas und Israel halten an
          5. Durchbruch bei Flugzeugsystem

          6. Wie billig ist Fliegen?
          7. Rücktritt von Fritz Keller




          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verkündet das Ende der Impfpriorisierung.
          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verkündet das Ende der Impfpriorisierung. : Bild: dpa

          1. Ende der Impfpriorisierung

          Zum 7. Juni wird die Priorisierung aufgehoben. Die Bundesregierung ist zuversichtlich, aber noch sind die Voraussetzungen für einen entspannten Sommer nicht erreicht.

          Tourismus: Für Corona-Impfungen wird es vom 7. Juni an keine Priorisierung mehr geben. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einem Beschluss der Ressortchefs von Bund und Ländern mit. Bis dahin sind noch 15 Millionen Impfungen von Menschen mit besonderem Risiko vorgesehen. Spahn sagte, die Priorisierung sei epidemiologisch geboten gewesen. „Das war keine Bürokratie, das hat Menschenleben gerettet.“ Spahn bat zudem weiter um Geduld. Die Impfungen würden bis weit in den Sommer hinein fortgesetzt.

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          Fortschritt: In Deutschland sind mehr als 40 Millionen Corona-Impfungen verabreicht worden. 30,7 Millionen Menschen haben die Erstimpfung erhalten, das sind 37 Prozent der Bevölkerung. Mehr als 9,3 Millionen Menschen haben einen vollen Impfschutz. Das sind gut elf Prozent. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die täglich fallenden Neuinfektionszahlen und die laufende Impfkampagne könnten zuversichtlich machen. Aber: „Wir haben noch nicht die Voraussetzungen dafür erreicht, einen genauso entspannten Sommer wie letztes Jahr zu genießen.“ Vor einem Jahr habe die Sieben-Tage-Inzidenz bei fünf gelegen.

          Lockerungen: Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet sieht die Zeit für Lockerungen der Schutzauflagen gekommen. Er sagte: „Das Versprechen haben wir den Bürgern immer gegeben: Wenn Inzidenzzahlen sinken, müssen Grundrechtseingriffe zurückgenommen werden.“ Dieser Zeitpunkt sei „jetzt da“. Dass die Bundesländer dabei unterschiedlich vorgehen, müsse angesichts der unterschiedlichen Pandemielage in den einzelnen Ländern in Kauf genommen werden. Laschet rief dazu auf, jetzt auch Impfungen von Kindern und Jugendlichen möglich zu machen. „Unsere Aufgabe in der Politik ist es jetzt, die Kinder und Jugendlichen stärker in den Blick zu nehmen.“

          Mehr zum Thema

          Drei junge Männer im Frankfurter Hafenpark
          Drei junge Männer im Frankfurter Hafenpark : Bild: dpa

          2. Mehr Ängste bei Kindern und Jugendlichen

          Es gibt mehr Depressionen und Selbstverletzungen bei Kindern und Jugendlichen. Körperliche Fähigkeiten gehen verloren. Doch es werde keine Generation mit „Defekt“ geben, sagt der Psychiater Michael Huss.

          Zunahme: Bei Kindern und Jugendlichen haben in der Pandemie die internalisierenden Störungen wie Depressionen, Ängste, aber auch Selbstverletzungen zugenommen. Das sagte der Psychiater Michael Huss der F.A.Z. Huss leitet zwei Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Viele Kinder litten unter Zukunftsängsten und Perspektivlosigkeit, hinzu kämen körperliche Leiden wie diffuse Müdigkeit, Schmerzen und Antriebslosigkeit.

          Verlust: Viele Kinder und Jugendliche, so Huss, haben körperliche Fähigkeiten verloren. Damit verbunden sei die emotionale Entwicklung. „Teenager haben in der Pubertät starke Gefühlsschwankungen, sie müssen lernen, das zu regulieren. Das tun sie normalerweise mittels Sport, durch Treffen mit Kumpels, manchmal auch mit Alkohol oder nächtelangem Computerspielen. Nun aber sind sie permanent unter sozialer Kontrolle, können sich nicht mehr ausprobieren.“ Kinder hätten in der Pandemie kaum Raum zum Rebellieren.  

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