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F.A.Z. Frühdenker : Setzen die Schotten ein Zeichen für die Unabhängigkeit?

Für die Befürworter der Unabhängigkeit gilt der Urnengang in Schottland als Schicksalswahl. Bild: AFP

Die Parlamentswahl in Schottland ist aus mehreren Gründen schicksalhaft. Die Frage, wie die Klimaziele zu erreichen sind, beschäftigt Berlin. Und Franziska van Almsick sorgt sich um die Kinder. Der F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          8 Min.

          Das Wichtigste für Sie an diesem Donnerstag: In Berlin überlegt man, wie Deutschland sein neues Klima-Ziel erreichen kann, die Aufarbeitung der NSU 2.0“-Drohmails ist noch lange nicht vorbei und: Werden die Schotten ein Zeichen für die Unabhängigkeit setzen?

          Rebecca Boucsein
          Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.

          1. Schicksalswahl in Schottland  
          2. Hilfe für
          Kinder
          3. Wie wird Deutschland klimaneutral?

          4. Der Giftpilz der CDU
          5. Trumps Online-Pläne
          6. Viele offene Fragen zu „NSU 2.0“-Drohmails
          7.
          Wo die reichsten Senioren wohnen

          Ringen um ein neues Schottland-Referendum: Nicola Sturgeon und Boris Johnson
          Ringen um ein neues Schottland-Referendum: Nicola Sturgeon und Boris Johnson : Bild: dpa

          1. Schicksalswahl in Schottland

          Bei der Parlamentswahl in Schottland geht es um nicht weniger als die Zukunft des Vereinigten Königreichs: Die Schottische Nationalpartei (SNP) hofft auf eine absolute Mehrheit – und damit auf ein Mandat für ein Unabhängigkeitsreferendum.

          Druck auf Downing Street: Die SNP von Regierungschefin Nicola Sturgeon will ein zweites Mal über eine Loslösung Schottlands von Großbritannien abstimmen lassen. Dafür braucht sie die Zustimmung aus London – die Premier Boris Johnson nicht geben will. Mit einer absoluten Mehrheit hofft Sturgeon, den Druck auf ihn erhöhen zu können. In den jüngsten Umfragen führt die Partei, die mit Duldung der schottischen Grünen regiert, deutlich.

          Wieder die Grenzfrage: Die SNP verspricht, ein unabhängiges Schottland wieder in die EU zu führen. Als selbständiger Staat hätte es Schottland dann mit einem Drittstaat im Süden zu tun. Was im Fall von Nordirland niemand wollte, würde auch hier drohen: eine harte Grenze. Für dieses Szenario liefere die SNP keine überzeugenden Antworten, sagen Kritiker. Ökonomen warnen zudem vor den Kosten. Und die Schottlandfrage hat noch eine weitere Dimension: Sie könnte nach Meinung von Beobachtern über Johnsons politisches Schicksal entscheiden. In seiner Regierung meint man, dass der Premier nicht auf Dauer bei seiner Blockade eines Referendums bleiben könne – vor allem nicht, wenn die SNP mit absoluter Mehrheit siegen sollte.

          Gespaltenes Königreich: Seit dem Brexit-Referendum geht ein Riss durch das Vereinigte Königreich, der sich mit dem Vollzug des Austritts aus der EU vertieft hat. Die Mehrheit der Schotten war damals dagegen. So wie auch die Mehrheit der Menschen in Nordirland. Dort brodelt es seit Wochen wegen der Grenzregelung im Rahmen des Brexit-Vertrags mit der EU. Für den Austritt waren mehrheitlich Engländer und Waliser. Der englische Nationalismus, der hinter dem Brexit steht, führt nach Ansicht von Beobachtern dazu, dass sich viele Schotten von London zunehmend weniger repräsentiert fühlen. Doch bei der Frage nach der Unabhängigkeit ist das Land gespalten: Dafür waren in Umfragen zuletzt nur noch 49 Prozent.

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          Schwimmen lernen: Darauf mussten viele Kinder während der Pandemie verzichten. : Bild: dpa

          2. Hilfe für Kinder

          Kinder und Jugendliche leiden besonders unter der Pandemie. Nun soll Geld vom Staat helfen. Kann das reichen?

          Während sich am heutigen Donnerstag das Parlament mit Lockerungen für Geimpfte und Genesene befasst, müssen Kinder noch warten: Vielerorts ist die Inzidenz für eine Schulöffnung noch zu hoch. Die Jüngsten leiden weiter unter Isolation und größer werdenden Lernlücken. Mit Nachhilfe, Sprachförderung und Einmalzahlungen für Familien mit wenig Einkommen will die Bundesregierung ihnen helfen. Zwei Milliarden Euro ist das sogenannte Aufholprogramm schwer, das die Länder umsetzen sollen. Nötig seien Sommerschulen und Samstagsunterricht für Kinder, die Stoff nachzuholen haben, sagte der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB), Heinz Hilgers, dem „Tagesspiegel“. Er fordert zudem mehr finanzielle Hilfen von Kommunen und Ländern.

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