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F.A.Z.-Frühdenker : Flickenteppich für Geimpfte

Impfzentrum in Frankfurt am Main: Geimpfte bekommen nun in jedem Bundesland andere Sonderrechte. Bild: dpa

Eigentlich sollte es einheitliche Regeln für Geimpfte geben. Doch einzelne Bundesländer preschen einmal mehr vor. Und: Ist klassische Musik rassistisch und kann unser Land Fahrradland werden? Der F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          7 Min.

          Das Wichtigste für Sie an diesem Mittwoch: Einige Bundesländer preschen bei den Erleichterungen für Geimpfte vor. Die Herdenimmunität könnte Mitte Juli schon erreicht sein. Und 2030 sollen wir alle mehr Fahrrad fahren.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          1. Flickenteppich für Geimpfte
          2. Wie sicher ist Afghanistan?
          3. Streit um Finanzierung der Ganztagsbetreuung
          4. Deutsch-chinesische Regierungskonsultationen
          5. Deutschland soll Fahrradland werden
          6. Wie Europa den Aufbau nach Corona plant
          7. Ist klassische Musik rassistisch?

          „Wir befinden uns auf einer langen Zielgeraden“: Markus Söder nach der Sitzung seines Kabinetts am Dienstag
          „Wir befinden uns auf einer langen Zielgeraden“: Markus Söder nach der Sitzung seines Kabinetts am Dienstag : Bild: dpa

          1. Flickenteppich für Geimpfte

          Die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin will vom 28. Mai an einheitliche Regeln für Geimpfte schaffen. Doch so viel Geduld haben einige Ministerpräsidenten nicht.

          Nicht nur Söder: Markus Söder (CSU) war der erste und lauteste, der nach dem als schlapp empfundenen Impfgipfel vorgeprescht ist und Geimpfte im Freistaat Bayern mit Genesenen und negativ Getesteten gleichstellen will, zum Beispiel für Friseurbesuche, den Einkauf oder den Wegfall von Quarantänepflichten. Auch der Merkel-treue Hesse Volker Bouffier (CDU) und Bodo Ramelow (Linke) in Thüringen planen entsprechende Landesverordnungen. Berlin und Niedersachsen haben sie schon. Eine bundeseinheitliche Regelung soll erst am 28. Mai verabschiedet werden. Gegen die geltenden Grundrechtseinschränkungen, insbesondere für Geimpfte, werden die 80 Bundestagsabgeordneten der FDP, aber auch viele andere, Verfassungsbeschwerde einlegen. Mehr als 110 Verfahren sind seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes vergangene Woche beim Verfassungsgericht eingegangen.

          Impffortschritt: Für immer mehr Menschen sind die Regelungen für Geimpfte relevant. Nach Modellberechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) könnte bis zum 4. Juli die gesamte impffähige Bevölkerung in Deutschland eine erste Injektion erhalten haben, Mitte Juli könnte die Herdenimmunität erreicht sein, die bei einem Impf-Anteil (mit zwei Impfungen) von 70 Prozent der Bevölkerung angenommen wird. Bis zum 15. August könnten demnach alle knapp 70 Millionen erwachsene Einwohner zweimal geimpft sein. Für die gut 13 Millionen Kinder sind noch keine Impfungen vorgesehen.

          Bild: F.A.Z.

          Könnte es schneller gehen? Die Impfkampagne hat deutlich an Fahrt aufgenommen. Doch liegen immer noch mehrere Millionen Impfdosen außerplanmäßig ungenutzt herum. Vor allem der erst seit kurzem verwendete mRNA-Impfstoff von Moderna, vergleichbar dem Vakzin von Biontech, findet offenbar noch nicht den schnellstmöglichen Weg in Arztpraxen und Impfzentren. Privatärzte und Betriebsärzte dürfen weiterhin noch nicht impfen.

          Mehr zum Thema

          F.A.Z. Podcast für Deutschland: Impfe sich, wer kann. Sind Lockerungen für Geimpfte fair?

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          Holt unsere Truppen bald heim: Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bei einem Besuch in Masar-i-Scharif im Februar : Bild: dpa

          2. Wie sicher ist Afghanistan?

          Der am Samstag beginnende Rückzug der Nato-Staaten aus Afghanistan weckt Sorgen um die Sicherheit deutscher Vertreter vor Ort. Rückführungen von Flüchtlingen dorthin soll es aber weiter geben.

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