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Radfahrer gelähmt : Gericht stellt Verfahren nach schwerem Unfall in Bad Vilbel ein

  • -Aktualisiert am

Nach einem Unfall mit einem Radfahrer in Bad Vilbel hat das Amtsgericht Frankfurt das Verfahren gegen eine Autofahrerin eingestellt (Symbolbild). Bild: dpa

Eine 76-Jährige war in Bad Vilbel mit einem Radfahrer zusammengeprallt. Der Mann ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. Doch im Ermittlungsverfahren ging einiges schief.

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          An einem Montagmorgen im Juni 2019 möchte die 76 Jahre alte Frau ihre Tochter im Stadtteil Dortelweil in Bad Vilbel besuchen. In ihrem VW Polo fährt sie die Willy-Brandt-Straße entlang und will nach rechts in die Falkenstraße einbiegen. Das Tempo hat sie gedrosselt, schneller als 30 Kilometer pro Stunde sind nicht erlaubt. Plötzlich bemerkt sie einen Schatten, einen Sekundenbruchteil später prallt ein Radfahrer gegen die Fahrertür. Der Mann ist schwer verletzt, er kann seine Beine nicht mehr spüren.

          An diesem Freitag hat das Amtsgericht Frankfurt das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen eine Zahlung von 500 Euro an eine Stiftung eingestellt. Der 57Jahre alte Radfahrer, der seit dem Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist und in einer Reha-Klinik liegt, war nicht dabei.

          Erst vor Gericht stellte sich heraus, dass im Ermittlungsverfahren offenbar einiges schiefgegangen war. Zeugen des Vorfalls gab es keine. Außerdem hatte die Polizei direkt nach dem Unfall kein Gutachten in Auftrag gegeben. Eine Polizistin, die damals zum Unfallort entsandt worden war, sagte vor Gericht, sie habe keine Informationen darüber, warum dies so war. Sie habe sich gemeinsam mit ihrem Kollegen von der Autofahrerin den Vorgang schildern lassen, da der Radfahrer nicht ansprechbar gewesen sei. Daraus ergaben sich neue Schwierigkeiten für einen später beauftragten Kfz-Sachverständigen. Er sagte am Freitag, dass sich mit den vorhandenen Informationen auf keiner Seite eine klare Schuld feststellen lasse. Eine umfassende Rekonstruktion des Unfallhergangs sei nicht möglich gewesen. Er hob allerdings hervor, dass nach seiner Einschätzung keine Sichtbehinderung bestanden habe, aufgrund derer die Angeklagte den Radfahrer nicht hätte sehen können.

          Die damalige Aussage der Frau bewertete die Richterin am Freitag zudem als unverwendbar, da diese zu spät darüber belehrt worden sei, dass sie als Beschuldigte keine Angaben machen müsse. Darauf antwortete die Polizistin, die Frau sei sehr emotional und aufgeregt gewesen, weshalb die Belehrung erst später erfolgt sei. Außerdem verlas die Richterin einen Brief der Angeklagten, in dem sie sich einen Monat nach dem Unfall nach dem Gesundheitszustand des Mannes erkundigte. Sie bat darin auch um Auskunft, ob sie ihr Auto verkaufen dürfe oder dieses noch mal zur Beweisaufnahme untersucht werden solle. Eine Antwort habe sie nie bekommen.

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