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Anschlag in London  : IS reklamiert Anschlag für sich

  • Aktualisiert am
Eine Spezialeinheit des britischen Militärs landete auf der London Bridge. Bilderstrecke

In dieser kurzen Zeitspanne gelang es den Angreifern jedoch, nach Süden Richtung Borough Market zu laufen. CNN zufolge drangen zwei Männer in ein Restaurant ein und stachen einer Kellnerin in den Hals und einem Mann in den Rücken. „Das war wie ein Amoklauf“, zitierte die BBC einen Zeugen. Die Täter hätten gerufen: „This is for Allah“. Die Angreifer hatten Sprengstoffgürtel umgeschnallt, die sich jedoch später als Attrappen entpuppten. Die Terroristen konnten bisher noch nicht identifiziert werden, sagte die Chefin der Londoner Polizei, Cressida Dick am Sonntagmorgen.

Die Polizei riegelte die London Bridge und den nahe gelegenen Borough Market ab. Dort seien auch Schüsse gefallen, teilte die Polizei mit. Die Einsatzkräfte hätten demnach ihre Magazine leer geschossen, um sicherzustellen, dass die vermeintlichen Selbstmordattentäter wirklich „neutralisiert“ seien. Die Polizei rief die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und die Gegend zu meiden. Die Beamten gehen davon aus, dass es neben den drei erschossenen Verdächtigen keine weiteren Angreifer gab.  Man müsse aber noch weitere Ermittlungen durchführen, um dies mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, sagte Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley.

Spezialeinheit des Militärs landet mit Hubschrauber

Die Polizei wurde bei ihrem Einsatz Medienberichten zufolge von einer Spezialeinheit des britischen Militärs unterstützt, die nach den Anschlägen von Paris 2015 ins Leben gerufen wurde. Die Eliteeinheit untersteht dem Kommando des Innenministeriums, und ist speziell dafür ausgebildet, bei Anschlägen Terroristen auszuschalten.

Das Markenzeichen der 70 Mann starken Truppe sind blaue, nicht registrierte Hubschrauber, angelehnt an einen Spielfilm aus den Achtziger Jahren über einen Helikopterplattform wird die Einheit „Blue Thunder“, „Blauer Donner“, genannt. Auf Fotos von vergangener Nacht soll zu sehen sein, wie solch ein Helikopter auf der London Bridge landet.

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung untersteht „Blue Thunder“ dem „Special Air Service“ (SAS), einer Spezialeinheit des britischen Militärs, und operiert von fünf verschiedenen Stützpunkten im ganzen Land. Jeder Punkt im Königreich soll innerhalb weniger Minuten erreicht werden können. In London kam laut „Daily Mail“ außerdem ein Apache-Kriegshelikopter zum Einsatz, der aus der Luft gefilmt und die Truppen am Boden mit Informationen versorgt hat.

„Über alle Grenzen hinweg im Entsetzen vereint“

Londons Bürgermeister Sadiq Khan bezeichnete die Terrorangriffe als „gezielte und feige Attacke“ auf unschuldige Londoner und Besucher. Es gebe keine Rechtfertigung für die „barbarischen“ Attacken.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sprach von einer „neuen Tragödie“. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien.“ Ähnlich äußerte sich Kanzlerin Angela Merkel: „Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit.“ Merkel bekräftigte, dass Deutschland im Kampf gegen jede Form von Terrorismus „fest und entschlossen“ an der Seite Großbritanniens stehe.

Die Terrorattacke auf der London Bridge erinnert an einen Angriff im März: Am 22. März war ein 52-jähriger Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren. Anschließend tötete er mit einem Messer einen unbewaffneten Polizisten. Bei dem Terrorangriff waren sechs Menschen ums Leben gekommen und Dutzende Menschen verletzt worden. Der Attentäter wurde erschossen.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der 22-jährige Selbstmordattentäter Salman Abedi nach einem Konzert des Popstars Ariana Grande in Manchester mit einer Bombe 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei dem Terroranschlag waren mehr als 100 Personen verletzt worden.

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