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Reaktionen auf Le-Pen-Sieg : „Der Wind des Zorns ist über Frankreich gefegt“

  • Aktualisiert am

„Le choc“: Das Titelbild auf Seite 1 des „Figaro“ am Montag Bild: Le Figaro / Screenshot Twitter

Nach dem Erdrutschsieg für den rechtsextremen Front National in den französischen Regionalwahlen sind die Reaktionen in der konservativen wie in der sozialistischen Presse die gleichen: Schock und Erschütterung.

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          Der historische Wahlerfolg das rechtsextremen Front National bei den Regionalwahlen in Frankreich hat das Land gespalten – und für teils erschütterte Reaktionen gesorgt. „Le choc“ titeln gleich zwei französische Tageszeitungen am Montagmorgen auf ihrer Titelseite – sowohl der konservative „Figaro“ als auch der sozialistische „L'Humanitain“. „Der Wind des Zorns“ sei über Frankreich geweht, schreibt der „Figaro“ weiter, „auf seinem Weg hat die Wut alles mit sich gerissen“.

          Schockiert: die Titelseiten dreier großer französischer Tageszeitungen am Montagmorgen

          „Es kommt näher“, schreibt die Zeitung „Libération“ auf ihrer Titelseite und druckt dazu ein Bild von Marine Le Pen ab, die ihren Front National nach dem Wahlsieg als „erste Partei Frankreichs“ bezeichnet hatte. „Wir sind dazu berufen, die nationale Einheit zu erreichen, die das Land braucht“, sagte die 47 Jahre alte Parteichefin. „Das ist ein historisches, außergewöhnliches Ergebnis", hatte auch Le Pens Nichte, die FN-Abgeordnete Marion Marechal-Le Pen, in einer ersten Stellungnahme erklärt. „Das alte System ist tot.“

          Die Partei von Marine Le Pen erreichte am Sonntag rund 28 Prozent, wie das französische Innenministerium bis zum Montagmorgen auf Basis annähernd aller abgegebener Stimmen berechnete.

          In sechs Regionen liegen die Kandidaten der Rechtsextremen bei der letzten landesweiten Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017 vorn. Für Siege in der zweiten Runde könnte es dennoch nicht reichen, weil die Sozialisten Listen zurückziehen.

          Das Innenministerium erklärte nach der Auszählung von etwa zwei Drittel der Stimmen, die Republikaner des ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy lägen landesweit hinter dem FN mit 27,4 Prozent. Wie erwartet wurden die Sozialisten von Amtsinhaber Francois Hollande nur drittstärkste Kraft mit 22,7 Prozent.

          Der FN setzt mit der Regionalwahl seinen Siegeszug fort, den er bei der Europa-Wahl 2014 begonnen hatte. Damals wurde er erstmals stärkste Kraft in Frankreich. In der zweiten Runde dürfen alle Parteien antreten, die die Zehn-Prozent-Hürde überschritten haben. Die Wahl findet am 13. Dezember statt, genau einen Monat nach den Anschlägen von Paris, bei denen IS-Anhänger 130 Menschen töteten. Der fremdenfeindliche FN profitiert vom Klima der Angst nach den Angriffen wie auch von den Sorgen der Franzosen über die hohe Zahl von Flüchtlingen in Europa sowie der Wut über die Rekord-Arbeitslosigkeit im Lande.

          Cohn-Bendit: „Furchtbare Entwicklung“

          Der französische Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit zeigte sich erschüttert über den Erfolg des Front National und machte vor allem die bürgerlichen Parteien dafür verantwortlich. Sozialisten und Republikaner hätten versuchen müssen, gegen die Irrationalität der Rechten eine rationale Debatte aufzubauen. Doch dies sei nicht gelungen, sagte Cohn-Bendit am Montag im Deutschlandfunk. Dass ein Triumph Marine Le Pens bei den Präsidentschaftswahlen 2017 nicht mehr ausgeschlossen sei, sei eine „furchtbare Entwicklung“.

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