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Ryan Gosling in Interview : „Ich wäre ein schlechter Astronaut“

  • -Aktualisiert am

Der Oscar-Preisträger Damien Chazelle führt nach „La La Land“ nun auch Regie im Film „Aufbruch zum Mond“, der am 8. November ins Kino kommt. Ryan Gosling verkörpert in diesem den Astronaut Neil Armstrong. Bild: AP

Der Schauspieler Ryan Gosling steigt in seinem neuen Film „Aufbruch zum Mond“ als Neil Armstrong in eine Rakete. Im Interview spricht er über den Reiz dieser Figur, die Einsamkeit im Weltall und Filme, bei denen die Chemie nicht stimmte.

          Immer wieder gibt es Regisseure und Schauspieler, die für einander bestimmt scheinen: Wes Anderson und Bill Murray, Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio, Tim Burton und Johnny Depp, Werner Herzog und Klaus Kinski. Auch diese beiden Männer passen zusammen: der 33 Jahre alte amerikanische Regisseur Damien Chazelle und der vier Jahre ältere kanadische Schauspieler Ryan Gosling. Erst ließ Chazelle seinen Hauptdarsteller an der Seite von Emma Stone durch „La La Land“ tanzen. Jetzt setzt er ihn in „Aufbruch zum Mond“ als Neil Armstrong in eine Rakete. „Ryan war meine erste und einzige Wahl für diese Rolle“, sagt Chazelle. „Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich den Film ohne ihn gemacht hätte.“ Goslings Filmpartnerin Claire Foy, die Armstrongs damalige Frau Janet spielt, ergänzt: „Er ist einfach ein phantastischer Schauspieler.“ Wir treffen Ryan Gosling in den Universal Studios im Norden von Los Angeles. Er wartet in einem unscheinbaren Wohnwagen, trägt Jeans, ramponierte Boots, ein zerschlissenes T-Shirt und auf den Unterarmen Tattoos.

          Herr Gosling, Sie gelten bei der Wahl Ihrer Rollen als wählerisch. Warum wollten Sie ausgerechnet Neil Armstrong spielen?

          Ich suche immer Herausforderungen, und diese Rolle hat viele mit sich gebracht. Ein entscheidender Punkt dabei war auch, dass ich feststellte: Ich weiß überhaupt nichts über Neil Armstrong.

          Was hat Sie überrascht an der Person?

          Mir wurde bei der Recherche klar, wie erbittert dieser Mann sein Privatleben verteidigt hat. Dabei war das eigentlich unmöglich, weil er so im Zentrum des Interesses stand. Trotzdem hat er es geschafft, die Dinge, mit denen er privat zu kämpfen hatte, aus dem Scheinwerferlicht herauszuhalten und den Fokus auf seine Missionen zu lenken. Das hat mich interessiert. Je mehr ich über ihn las, desto mehr wollte ich diesen Mann spielen.

          Wo haben Sie dann das emotionale Futter für Ihre Studie Armstrongs gefunden?

          Am Ende seines Lebens haben er und seine Familie sich etwas mehr geöffnet. Nach seinem Tod konnten wir mit der Familie sprechen. Aber damals bestand dieses erdrückende öffentliche Bedürfnis, alles über diese Familie zu wissen. Deswegen haben sie versucht, sich zu schützen. Das war genau die richtige Reaktion. Es ist ihnen sogar gelungen, was ich erstaunlich finde. Das ist ein Thema, das mich auch beschäftigt.

          Weil auch Sie eine Figur des öffentlichen Lebens sind?

          Ich konnte mich auf dieser menschlichen Ebene mit ihm identifizieren. Ich habe nichts von dem erlebt, was ihn beruflich ausmachte. Aber die menschliche Seite konnte ich begreifen. Ich finde, es ist schwer genug, als Mensch seinen Weg zu finden und die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Wenn dein Leben und die Dynamik deiner Familie dann plötzlich im Kontext einer der wichtigsten Missionen der Menschheitsgeschichte stehen, stelle ich mir das unglaublich hart vor. Ich hatte Mitgefühl mit dieser Familie, wie ich das nicht erwartet hatte.

          Am Set des Films: Ryan Gosling, geboren 1980 in London (Kanada), erhielt 2017 einen Golden Globe für seine Rolle im Filmmusical „La La Land“ von Damien Chazelle.

          Sie haben schon als junger Schauspieler beschlossen, Ihr Privatleben nicht mit der Öffentlichkeit zuteilen. Warum?

          Das war keine bewusste Entscheidung. Es existiert ja leider kein Handbuch, an dem man sich orientieren könnte, um mit der Situation umzugehen, wenn man plötzlich bekannt ist. Leider war es auch nicht ganz so, wie Sie es schildern. Ich musste meine Lektion auf die harte Tour lernen, um aus meinen Fehlern die richtigen Schlüsse zu ziehen. Am Ende habe ich einfach das getan, was sich richtig anfühlte. Genau deswegen bewundere ich Neil und Janet Armstrong so sehr: Sie waren nicht auf diese Aufmerksamkeit vorbereitet. Und sind trotzdem sehr gut damit umgegangen. Und sie hatten definitiv viel mehr Aufmerksamkeit als ich.

          Bis zu welchem Grad mussten Sie selbst Astronaut werden, um einen zu spielen?

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