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Ryan Gosling in Interview : „Ich wäre ein schlechter Astronaut“

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Genau, nur mit dem elektromagnetischen Feld des Körpers. Ich hatte vor ein paar Jahren mit meiner Band Dead Man's Bones ein Album aufgenommen und versucht, wann immer es möglich war, das Theremin musikalisch einzubauen. Also fing ich an, dieses Theremin-Album zu hören, das Armstrong und seine Frau so mochten. Es heißt „Music Out Of The Moon“, und darauf sind Stücke wie „Lunar Rhapsody“. Armstrong hatte das Album sogar auf Kassette auf die Reise zum Mond mitgenommen. Er und seine Frau hatten die Musik im College entdeckt. Ein Stück auf dem Album liebe ich besonders, und ich habe es Damien Chazelle vorgespielt. Jetzt ist es auf dem Soundtrack. Und unser Filmkomponist Justin Hurwitz hat gelernt, Theremin zu spielen, deswegen ist es auch in der Filmmusik dabei.

Was treibt Sie als Schauspieler an?

Letztlich ist Film das Medium des Regisseurs. Es wird für mich immer wichtiger, welcher Regisseur den Film inszeniert, in dem ich spiele, wofür er als Künstler steht. Was will er erreichen? Es ist mein Job, ihm dabei zu helfen, seine Idee zu verwirklichen. Ich muss eine Verbindung mit dem Regisseur spüren. Und meine Motivation hat sich verändert, seit ich Familienvater bin.

Weil es im Leben jetzt Wichtigeres gibt?

Einen Film zu machen bedeutet, für eine gewisse Zeit von meiner Familie getrennt zu sein. Der Film muss das wirklich wert sein. Sonst bin ich lieber zu Hause. Zudem stelle ich mir gern vor, dass meine Familie auch was von dem Job hat, den ich annehme.

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Wie meinen Sie das?

Dieser Film zum Beispiel war für uns alle eine tolle Erfahrung. An den Wänden meines Büros hingen überall Sternkarten und Bilder des Mondes. Wir haben uns das zusammen angesehen und über das Weltall nachgedacht.

Filme sind jetzt auch Familienprojekte geworden?

Ja, ich suche mir die Rollen auch in Hinsicht darauf aus, was sie für meine Familie bedeuten könnten. Wenn ich einen anderen Menschen spiele, verändere ich mich in dieser Zeit ja auch bis zu einem gewissen Grad.

Wie hat dieser Film Ihren Blick auf den Mond in einer sternklaren Nacht verändert?

Ich hatte mir tatsächlich gewünscht, dass ich mich dem Mond irgendwie näher fühle. Aber es ist komisch. Ich habe mit einem der Astronauten gesprochen, die im Kontrollzentrum saßen, als Neil Armstrong auf dem Mond war. Er trat irgendwann hinaus in die Nacht, um den Mond zu betrachten und hatte erwartet, der Mond würde für ihn anders aussehen, weil sein Freund doch da oben war. Aber er sah genauso aus wie immer. So geht es mir auch.

Sollten Reisen zum Mond in naher Zukunft tatsächlich möglich sein wären Sie interessiert?

Nein.

Warum nicht?

Es scheint einsam zu sein da oben. Und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, stundenlang in einer Kapsel zu sitzen und auf den Start oder die Landung zu warten, während ich kaum atmen kann. Irgendwie klingt das nicht verlockend. Man muss dafür gemacht sein, so etwas zu tun. Ich bin es nicht. Wissen Sie, wie man Astronauten damals genannt hat? Frühstücksfleisch in Dosen. Das ist ganz treffend. Fragt man sie heute, wie sie das damals erlebt haben, antworten sie, es war die meiste Zeit langweilig. Sie mussten ständig warten, auf engstem Raum, haben Monate und Jahre trainiert, ohne zu wissen, ob sie überhaupt jemals fliegen würden. Ich bewundere diese übermenschliche Geduld und Konzentration.

Wie viele Rollen in Superhelden-Filmen hat man Ihnen schon angeboten, die Sie abgelehnt haben?

Ich weiß es nicht genau, wirklich. Es gab Gespräche über diese Art von Filmen. Aber die Projekte hatten für mich nie den richtigen Mix.

Welche Rolle haben Sie abgelehnt und haben es später bitter bereut?

Nichts, was mir schlaflose Nächte bereitet. Es gab Filme, die ich abgelehnt habe, und später dachte ich: großartig! Aber sie waren wahrscheinlich deswegen großartig, weil ich nicht mitgespielt habe. Es ist kompliziert. Für einen wirklich guten Film muss die Chemie stimmen zwischen Rolle, Schauspieler und Regisseur. Und er muss im Idealfall im richtigen Lebensabschnitt des Schauspielers stattfinden. Einige Schauspieler sind deswegen so gut, weil das Thema mit Dingen aus ihrem Privatleben korrespondiert. Filmemachen ist eben keine Wissenschaft.

Der Film „Aufbruch zum Mond“ läuft von 8. November an in deutschen Kinos.

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