https://www.faz.net/-gpc-8n96z

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Vize-Präsident Mike Pence : Donald Trumps Brückenbauer

  • -Aktualisiert am

Der 57 Jahre alte Mike Pence – will er in vier Jahren selbst Präsident werden? Bild: AP

Mike Pence wird ab Januar Trumps Stellvertreter sein – ein konservativer Abtreibunsgegner. Trotzdem könnte er Trump im Falle eines Krieges bremsen.

          Vor kurzem hätte die Vorstellung, dass Mike Pence Vizepräsident werden könnte, auch namhafte Republikaner irritiert. Als Gouverneur von Indiana hatte er sich etwa mit einem „Gesetz zur Wiederherstellung der Religionsfreiheit“ demonstrativ auf die Seite derer gestellt, die sich gegen Homosexuellenrechte stemmen. Moderate Republikaner, die das Image einer vormodernen Anti-Partei abschütteln wollen, lehnen solche Manöver ab – zumal ein Boykott den Gouverneur zum Rückzug zwang. Doch als Donald Trump im Juli ankündigte, mit Pence in den Wahlkampf zu ziehen, herrschte lagerübergreifend Erleichterung. Denn Pence ist besonnen, freundlich, beständig und politisch erfahren, kurz: Er hat, was Trump fehlt. Kein Wunder denn auch, dass Trump mit seinem Beschluss ziemlich offen gehadert hat.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          Jetzt ist der gewählte Vizepräsident Trumps Brücke ins Establishment. Paul Ryan, der bis Mittwochfrüh offen Trump-skeptische „Speaker of the House“, hat den 57 Jahre alten Pence überschwenglich als integren Konservativen gerühmt. Beide kennen sich, denn der Jurist und Radiomoderator Pence saß von 2003 bis 2013 im Repräsentantenhaus und zählte kurz zur Fraktionsführung. Als 48. Vizepräsident wird er der erste an der Seite eines Präsidenten sein, der weder Regierungserfahrung hat noch je in den Streitkräften diente. In Ernstfällen dürfte Pence den Oberbefehlshaber daran erinnern, dass eines seiner drei erwachsenen Kinder in der Marineinfanterie dient.

          Pence dachte an Rücktritt

          Schon während der Kampagne war es seine Aufgabe, Berührungsängste führender Republikaner gegen Trump abzubauen. Pence trat mit konservativen Gouverneuren, Senatoren und Abgeordneten auf, denen der Name des Präsidentschaftskandidaten im Ringen ums eigene politische Überleben nicht über die Lippen kam. Wie so viele Republikaner liegt Pence mit Trump in wichtigen Fragen über Kreuz: Er trat immer für Freihandel ein und teilt Ryans Meinung, dass Amerika sich seine Sozialprogramme nicht leisten könne. Der seit mehr als drei Jahrzehnten verheiratete Spross einer irischstämmigen Demokraten-Familie bezeichnet sich seit einer „Wiedergeburt“ als „evangelikaler Katholik“. Auch im Wahlkampfstress nahm er sich täglich Zeit, mit seinen Mitarbeitern zu beten. Trumps Lebenswandel muss ihm ebenso suspekt sein wie seine mäandernde Haltung zu Abtreibungsrechten oder das offene Werben um Schwule und Lesben.

          Als Anfang Oktober ein Video publik wurde und alle Welt hörte, wie Trump mit sexuellen Übergriffen geprahlt hatte, erwog Pence einen Rückzug. Doch bald stand er wieder auf Bühnen und versicherte mit seiner Balsam-Stimme, Trump vertrete „altehrwürdige konservative Prinzipien“ wie Steuersenkungen, Deregulierung und hohe Militärausgaben. Pence dürfte hoffen, dass Trump 2020 mit dann 74 Jahren keine Wiederwahl anstrebt. Vor kurzem trat er gemeinsam mit Trumps Widersacher Ted Cruz auf, dem ungekrönten König der Tea-Party-Bewegung mit unübersehbaren Ambitionen für 2020. Die Kundgebung fand in Iowa statt – dem Staat, wo sich Präsidentenkarrieren früh entscheiden.

          Weitere Themen

          Mexikanische Nationalgarde fängt Flüchtlinge ab Video-Seite öffnen

          Trumps Druck zeigt Wirkung : Mexikanische Nationalgarde fängt Flüchtlinge ab

          Dramatische Szenen an Mexikos Grenze: Flüchtlinge aus Zentralamerika versuchen, den Rio Bravo zu überqueren und in die Vereinigten Staaten zu kommen, werden aber von mexikanischen Nationalgardisten abgefangen. Der Druck von Präsident Trump hat Wirkung gezeigt: Mexiko will mit fast 15.000 Polizisten und Soldaten an seiner Nordgrenze die ungeregelte Einwanderung nach Nordamerika bremsen.

          Topmeldungen

          Der Fall Lübcke : Wie ein Bumerang

          In Wiesbaden und Berlin bestimmt der Fall Stephan E. die Tagesordnungen. Nicht nur die Frage nach dessen Bezügen zum NSU ist noch zu klären. Die Grünen beklagen eine „eklatante Analyseschwäche“ des Verfassungsschutzes.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.