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Massive Angriffe der Hamas : Israels Süden unter Beschuss

Israelische Soldaten mit Panzern am Montag an der Grenze zum südlichen Gaza-Streifen Bild: REUTERS

Die radikalislamische Hamas hat mehr als 60 Raketen auf Israel abgefeuert, mehrere Großstädte werden zum Ziel. Die israelische Regierung mobilisiert Truppen - die Angst vor einem neuen Krieg in Nahost wächst.

          Der Süden Israels ist am Montagabend unter massiven Raketenbeschuss gekommen. Nach Angaben aus Gaza wurden innerhalb kurzer Zeit mehr als 60 Raketen aus Gaza abgefeuert. Mindestens vierzig Geschosse wurden in Israel gezählt. Damit gingen dort seit Tagesbeginn mehr als 80 Raketen nieder.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Geschosse, von denen das Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ mindestens ein Dutzend abfing, waren auf die israelischen Großstädte Aschkelon, Aschdod und Beerscheva gerichtet. Angeblich wurde auch eine Rakete gestoppt, die in Richtung von Beit Schemesch flog; die Stadt liegt zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Auch in Rehovot ertönten die Sirenen. Rettungsdienste wurden in Alarmbereitschaft versetzt und der Eisenbahnverkehr in Südisrael unterbrochen.

          Zum ersten Mal seit Beginn der jüngsten Eskalation bekannte sich die Hamas zu den Angriffen. Der massive Raketenbeschuss setzte am Abend zu dem Zeitpunkt ein, als in Gaza die sieben Hamas-Mitglieder beigesetzt wurden, die am Morgen in einem Tunnel ums Leben gekommen war. Die Hamas hatte Israel mit Vergeltung gedroht, weil nach ihrer Darstellung der Tunnel bei einem israelischen Luftangriff zerstört wurde.

          Das wurde von einem israelischen Militärsprecher bestritten: Der unterirdische Gang im Süden des Gazastreifens sei bei einem früheren Luftangriff beschädigt worden. Er sei aber erst eingestürzt, als Hamas-Mitglieder gekommen seien, um ihn zu inspizieren; dabei sei Sprengstoff explodiert. Nach Angaben der israelischen Armee wurden die Tunnel gebaut, um israelische Soldaten anzugreifen oder zu entführen.

          Unterstützung für die Raketenabwehr

          Nach einer Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts waren am Nachmittag 1500 Soldaten mobilisiert worden. Sie sollten vor allem an der Heimatfront und in der Raketenabwehr zum Einsatz kommen. Die Zahl ist noch vergleichsweise niedrig. Während des letzten großen militärischen Gaza-Konflikts im November 2012 waren mehrere zehntausend Soldaten in Richtung Süden in Marsch gesetzt worden.

          Der Streit über ein härteres Vorgehen gegen die Raketenangriffe aus Gaza und die arabischen Demonstranten in Israel hatte zuvor eine Koalitionskrise ausgelöst. Die Partei von Außenminister Avigdor Lieberman verließ am Montag deshalb die gemeinsame Fraktion mit der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die elf Abgeordneten von „Israel Beitenu“ würden aber nicht die Koalition verlassen und die Minister blieben im Amt, teilte Lieberman mit.

          Netanjahus Likud-Partei verfügt im Parlament damit nur noch über 20 Mandate, eines mehr als die Zukunftspartei von Finanzminister Jair Lapid. Das vor der Wahl im Januar 2013 geschlossene Bündnis habe „nie funktioniert“, sagte Lieberman. Es gebe „grundlegende Meinungsverschiedenheiten“, die eine weitere enge Zusammenarbeit unmöglich machten. So verlangt der Außenminister ein härteres Durchgreifen im Gazastreifen. Er schließt dabei auch einen israelischen Einmarsch und eine abermalige Besetzung Gazas nicht aus.

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