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Marc Chagall in Bern : Direkt aus dem Nachlass

  • -Aktualisiert am

Auguste Herbins „Composition“ von 1937 für geschätzte 100.000 Franken Bild: Kornfeld

Die Art Basel lockt im Juni stets internationales Publikum in die Schweiz. Parallel finden bei Kornfeld in Bern traditionell die großen Auktionen mit Alten Meistern, Moderne und Gegenwartskunst statt. Dieses Jahr gibt es Anlass zum feiern.

          Zum 150.Jubiläum der Berner Galerie Kornfeld wird am 20. Juni ein außergewöhnliches Konvolut von unter anderem achtzehn Gemälden und 28 Papierarbeiten von Chagall aus dem Familienbesitz der Nachkommen des Künstlers zur Auktion kommen. Eberhard W. Kornfeld, der inzwischen einundneunzig Jahre alte Dojen des Schweizer Kunsthandels, führt das Haus, dessen Wurzeln ins Stuttgart des Jahres 1864 zurückreichen, noch heute. Damals unter dem sprechenden Namen seines Gründers H. G. Gutekunst eröffnet, existieren Galerie und Auktionshaus nun in fünfter Generation – eine beispiellose Erfolgsgeschichte.

          Edvard Munch „Frauen am Meeresufer“ von 1898 für 300.000 Franken

          Tradition ist die Versteigerung parallel zur Kunstmesse Art Basel, die kommende Woche vom 19. bis zum 22. Juni stattfinden wird. Eberhard W. Kornfeld gilt als einer der Kenner des Werks von Chagall, er war bis zu dessen Tod im Alter von knapp hundert Jahren eng mit dem russischen Künstler befreundet. Der liebevoll ausgestattete Katalog vereint neben den Werken biografische Notizen von Chagalls Enkeltochter und seltene Fotos. „Le village en fête“, ein spätes Ölbild im monumentalen Querformat aus dem Jahr 1981, wird für 2,5 Millionen Franken als Spitzenlos aufgerufen. Das früheste Werk dieser Gruppe ist das 1944 entstandene „Bouquet dans la nuit bleue“ (Taxe 500.000 Franken).

          Marc Chagalls Ölbild und Gouache „Bouquet dans la nuit bleue“ von 1944 für 500.000 Euro

          Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, die am 19. und 20. Juni versteigert werden, ist bei Kornfeld traditionell mit herausragenden Beispielen vertreten. 48 Zentimeter hoch ist Alberto Giacomettis bronzene „Annette debout“ aus der Zeit um 1954 in einem Abguss von 1982 (1Million). Mit Ferdinand Hodler kommt ein zweiter Schweizer in die vorderen Ränge der Offerte: „Genfersee mit Jura“ zählt zu einer ganzen Reihe von Landschaftsstudien aus dem Spätwerk des Künstlers. Das vorliegende Ölbild befand sich seit dem Ankauf im Entstehungsjahr 1909 im gleichen Familienbesitz. Den damals investierten 700 Franken steht heute eine Schätzung von 2,5 Millionen Franken gegenüber.

          Zwölf Mal ist Klee bei Kornfeld vertreten: Hier sein „Maroccanischer Traum“, Aquarell über Federzeichnung in Tusche, 1918, geschätzt auf 250.000 Franken

          Das Angebot an Druckgrafik dominieren Edvard Munch und Ernst Ludwig Kirchner. Der Norweger Munch steuert mit dem 1898 gedruckten Farbholzschnitt von drei Stöcken „Frauen am Meeresufer“ (300.000) und „Weib mit rotem Haar und grünen Augen – Die Sünde“ (200.000) aus dem Jahr 1902 zwei seiner Hauptwerke bei. Kirchner soll mit den frühen Farbholzschnitten „Maler und Modell – Dichter und Weib“ von 1907 und „Segelboot“ (je 100.000) für weitere sechsstellige Zuschläge sorgen. Beide Blätter sind äußerst rar, nur drei respektive zwei Exemplare sind nachgewiesen. Kunsthistorisch bedeutend ist Otto Dix’ grafische Folge von fünf Radierungen aus den Jahren 1920/21, für die eine Schätzung von 100.000 Franken angelegt ist.

          Aus derselben Epoche kommt die erste Mappe der Weimarer Bauhaus-Drucke zum Aufruf, die mit Arbeiten von Feininger, Itten, Klee und anderen bei 125000 Franken ins Rennen gehen wird. Bauhaus-Meister Klee bekommt etwas später mit dreizehn Arbeiten noch seinen eigenen Auftritt: Im Ölbild „Tote Landschaft“ (600.000) von 1931 nimmt Klee wohl Bezug auf seine Sizilien-Reise, während „Landschaft mit Agaven“ (400.000) noch in der Dessauer Bauhaus-Zeit 1927 entstand. Von ganz besonderem Reiz innerhalb des hochstehenden Angebots ist Egon Schieles mit Deck- und Aquarellfarben 1911 aufs Papier gebrachte Bild „Zwei Mädchen“ (2 Millionen).

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