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Machtkampf in Venezuela : Maduro warnt vor Bürgerkrieg

  • Aktualisiert am

Venezuelas Staatspräsident Nicolas Maduro Bild: AFP

Venezuelas Staatspräsident gibt nicht auf. Er sieht die Gefahr eines Bürgerkriegs – und die Schuldigen dafür im Ausland. Das von EU-Staaten gesetzte Ultimatum weist er zurück.

          Im Machtkampf gegen den selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó schließt Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro einen Bürgerkrieg im südamerikanischen Ölland nicht aus. Niemand könne heute mit Sicherheit sagen, wie groß die Wahrscheinlichkeit eines Bürgerkriegs sei, erklärte Maduro im Interview des spanischen Fernsehsenders La Sexta. „Alles hängt vom Grad der Verrücktheit und der Aggressivität des Imperiums des Nordens (Amerika) und von dessen westlichen Verbündeten ab“, sagte er.

          Der linksnationalistische Politiker betonte: „Wir leben einfach in unserem Land und verlangen, dass sich niemand in unsere internen Angelegenheiten einmischt. Und wir bereiten uns darauf vor, unser Land zu verteidigen.“ In den Fabriken, in den Universitäten und in verschiedenen anderen Bereichen sei „das Volk dabei, sich (zum Schutz der Regierung) zu bewaffnen“, betonte Maduro. Es handele sich um „Milicianos“, die militärisches Training absolviert hätten.

          Interviewer Jordi Évole, einer der angesehensten TV-Journalisten Spaniens, sagte dem Staatschef: „Das, was Sie sagen, macht mir Angst, Herr Maduro.“ „Wirklich? Mir nicht. Wir werden Venezuela nicht hergeben“, antwortete der Machthaber. Der amerikanische Präsident Donald Trump habe ja die militärische Option auf dem Tisch. „Was soll ein Land da machen? Sich ergeben?“, fragte Maduro. Es gebe eine Kampagne, um Venezuela „als Monster, als Diktatur darzustellen.“

          Das am Sonntag ablaufende Ultimatum Deutschlands und sechs weiterer EU-Staaten wies Maduro energisch zurück. „Wir akzeptieren von niemandem Ultimaten!“. Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, die Niederlande und Belgien wollen Guaidó als legitimen Übergangsstaatschef anerkennen, falls Maduro keine freie Präsidentenwahl ausruft. „Das ist so, als ob ich der EU sagen würde: 'Ich gebe Euch sieben Tage Zeit, um die Republik von Katalonien anzuerkennen, oder ich ergreife Maßnahmen'“. Die internationale Politik könne nicht auf Ultimaten basieren.

          Das Interview wurde nach Angaben von La Sexta am Freitag geführt. Es sollte am späten Sonntagabend ausgestrahlt werden. Auszüge wurden am Sonntag in verschiedenen Medien veröffentlicht.

          Trump: Militärische Option weiter auf dem Tisch

          Unterdessen hat der amerikanische Präsident Donald Trump ein militärisches Eingreifen der Vereinigten Staaten in Venezuela abermals nicht ausgeschlossen. Auf die Frage, was passieren müsste, damit die Vereinigten Staaten in Venezuela militärisch aktiv würden, sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview des Senders CBS: „Ich möchte das nicht sagen. Aber es ist sicherlich etwas, das auf dem Tisch liegt – es ist eine Option.“ Trump und Mitglieder seiner Regierung hatten zuvor mehrfach erklärt, alle Optionen lägen auf dem Tisch.

          Trump erklärte, Venezuelas Präsident Nicolás Maduro habe vor etwa einem Monat um ein Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten gebeten. Trump sagte, er habe dies abgelehnt. „Ich habe damals entschieden, nein, weil so viele wirklich furchtbare Dinge in Venezuela passieren, wenn man sich dieses Land ansieht“, sagte Trump. Das ölreiche Venezuela sei von großem Wohlstand in eine schwere Krise geraten. Riesige Demonstrationen seien die Folge.

          Maduro hatte schon im vergangenen September bei einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York ein Treffen mit Trump angeboten. Trump selbst hatte das damals auch nicht ausgeschlossen. Von einer Begegnung der beiden wurde aber nichts bekannt.

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