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Lionel Messi : Spaziergänger statt Superstar

  • Aktualisiert am

Schatten seiner selbst: Lionel Messi spielte in München weit unter Form Bild: AFP

Die Leistung von Lionel Messi beim 0:4 gegen Bayern München erinnerte an den Auftritt Ronaldos im WM-Finale von 1998. Wie damals der brasilianische Superstar war auch der argentinische Weltfußballer gesundheitsbedingt nur ein Schatten seiner selbst.

          2 Min.

          Kaum Sprints und Dribblings, kein Schuss aufs Tor - Lionel Messi stampfte zeitweise wie ein Spaziergänger über den Platz. Der Weltfußballer, der die Abwehrreihen der Gegner in Angst und Schrecken versetzt hatte, war beim 0:4-Debakel des FC Barcelona bei Bayern München nur ein Schatten seiner selbst. „Was passiert ist, ist eine Schande“, räumte der Argentinier nach dem Halbfinalhinspiel der Champions League ein. „Die Bayern waren viel stärker als wir und uns körperlich überlegen.“

          Messi war nur wenige Stunden vor dem Anpfiff von den Ärzten für fit erklärt worden. „Er lief mit der Startelf auf, aber er spielte nicht mit“, beobachtete die Zeitung „El País“. Messi legte während des Spiels drei Kilometer weniger zurück als die Bayern-Cracks Arjen Robben und Franck Ribéry. Weshalb Tito Vilanova den Stürmer 90 Minuten durchspielen ließ, obwohl der Argentinier sich nach seiner Muskelverletzung über den Platz schleppte, weiß wohl nur der Barça-Trainer. „Uns war nicht klar, welche Auswechslungen wir vornehmen sollten“, gab Co-Trainer Jordi Roura zu.

          Neben Messi wirkte das gesamte Barça-Team ausgelaugt und ideenlos. Die Schlappe in München weckte bei den Katalanen bittere Erinnerungen an die 0:4-Blamage im Europacup-Finale 1994 gegen AC Mailand. Die Schlappe von Athen bedeutete damals das Ende des „Dream Teams“ von Trainer Johan Cruyff. Das 0:4 von München scheint nun ebenfalls, so vermuten spanische Kommentatoren, das Ende einer Ära zu markieren. „Das Barça-Team hat sich verbraucht und ist völlig auseinandergefallen“, meint „El País“. „Die vor Kraft strotzenden Bayern befinden sich auf dem entgegengesetzten Weg nach oben.“

          Messis ratlose Blicke

          Der FC Barcelona hatte in den vergangenen Jahren in Europas Fußballwelt als das Maß aller Dinge gegolten und 2006, 2009 und 2011 die Champions League gewonnen. „Dieses große Barça gehört nun der Erinnerung an“, beklagte die Zeitung „El Periódico“. „Nun steht ein Neuaufbau an. Die Verantwortlichen des Vereins müssen einsehen, dass ihr Team in Europa nicht mehr die Vorherrschaft führt.“ Alfredo Relaño, Chefredakteur des Sportblatts „As“, sieht das ähnlich: „Die Packung bedeutet das Ende einer Ära. Barça verlor nicht nur 0:4, sondern auch das Vertrauen in seine unumstrittene Stärke.“

          Messis ratlose Blicke strahlten wenig Hoffnung auf ein Wunder im Rückspiel aus. „Die Bayern sind sehr stark, aber wir werden es versuchen“, versuchte der Argentinier sich in Durchhalteparolen. „Ein 0:4 wettzumachen, wird sehr schwer.“

          Au Backe: Lionel Messi hat sein zweites 0:4 gegen eine deutsche Mannschaft nach dem WM-Viertelfinale mit Argentinien zu verdauen

          Das 0:4 war eine der höchsten Europacup-Niederlagen der Katalanen, ählich demütigend war nur die Finalniederlage von 1994 mit dem gleichen Ergebnis gegen den AC Mailand, die das Ende der Ära des sogenannten „Dream Teams“ unter Führung von Johann Cruyff einleitete.

          Kein Wort über den Referee

          Einen solchen Rückstand holte bislang noch nie ein Club in einem Halbfinale der Champions League auf. Der FC Bayern war den Blau-Roten am Dienstagabend in allen Belangen so deutlich überlegen, dass die Katalanen gar nicht erst versuchten, ihr Debakel auf Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Viktor Kassai zurückzuführen.

          „Ich sage kein Wort über den Referee“, betonte Xavi. „Die Bayern waren besser, und das müssen wir akzeptieren.“ Co-Trainer Roura meinte: „Einige Treffer waren nicht korrekt, aber das war für das Resultat unerheblich.“

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