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Bürgerkrieg in Syrien : Libanon beschränkt Zustrom von Flüchtlingen

  • Aktualisiert am

Eine syrische Familie erreicht den Libanon Bild: Reuters

Der Zedernstaat gerät wegen des Konflikts in Syrien immer stärker unter Druck: Eine Million Flüchtlinge sind in den Libanon geflohen. Nun soll der Zustrom begrenzt werden. 

          2 Min.

          Der Libanon will den Strom von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien weiter eindämmen. Aus diesem Grund würden die Einreisebedingungen für Syrer ab Montag verschärft, sagte der libanesische Geheimdienst-Chef Abbas Ibrahim am Samstag. Zwar sei nach wie vor kein Visum nötig, erklärte Ibrahim. Allerdings müssten künftig Zweck und Dauer des Aufenthalts im Nachbarland angegeben werden. Die im Internet veröffentlichten neuen Formalitäten ähnelten denen für Visa für Einreisende aus anderen Staaten.

          Im Libanon mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern halten sich derzeit mehr als eine Million syrische Flüchtlinge auf. Im vergangenen Jahr hatte das Land bereits Versuche unternommen, die Zahl der Flüchtlinge zu begrenzen.

          Reiche Länder gefordert

          Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR erklärte, es habe Verständnis für die Maßnahmen. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass niemand zurückgeschickt werde, wenn sein Leben in Gefahr sei. Zuletzt hatte das UNHCR die reichen Staaten aufgefordert, mehr Bürgerkriegsflüchtlinge aufzunehmen und damit Syriens Nachbarländer zu entlasten.

          Der Libanon gerät durch den Konflikt im Nachbarland auch militärisch immer stärker unter Druck. Die Extremisten des Islamischen Staates (IS) versuchen nach Erkenntnissen der libanesischen Sicherheitsorgane auch im Libanon Fuß zu fassen. Sie wollten die Kontrolle über Dörfer im Grenzgebiet erlangen, um ihre Kampfstellungen in den Kalamun-Bergen in Syrien unterstützen zu können, sagte der Chef des Amtes für Allgemeine Sicherheit Libanons, Generalmajor Abbas Ibrahim, der Nachrichtenagentur Reuters.

          Die libanesischen Streitkräfte seien in höchster Alarmbereitschaft, um zu verhindern, dass die IS-Kämpfer libanesisches Staatsgebiet eroberten. Das Land befürchtet, es könnte durch Überfälle des IS weiter in den Krieg in Syrien hineingezogen werden.

          Immer wieder Überfälle

          Die Kämpfe sind in den vergangenen Jahren immer wieder von dort aus nach Libanon übergeschwappt. 2014 hatten IS-Kämpfer und syrische Al-Kaida-Extremisten die Grenzstadt Arsal angegriffen und libanesische Soldaten gefangen genommen. Auch in der Küstenstadt Tripoli kam es zu Kämpfen zwischen Soldaten und IS-Extremisten.

          Kürzlich habe der IS seine Kämpfer im Gebiet des Kalamun-Gebirges deutlich verstärkt, um Teile des libanesischen Grenzlandes unter seine Kontrolle zu bringen, sagte Ibrahim. 700 neue Kämpfer seien hinzugekommen, so dass jetzt mehr als 1000 in den syrischen Kalamun-Bergen zusammengezogen seien.

          Der Islamische Staat hat in Teilen Syriens und des Iraks ein Kalifat ausgerufen und setzt dort einen fundamentalistisch- sunnitischen Islam durch. Die Extremisten gehen gewaltsam gegen alle vor, die aus ihrer Sicht Ungläubige sind. Dazu gehören auch schiitische Muslime. Im vergangenen Jahr griffen IS-Kämpfer auch die schiitische Hisbollah im Süden Libanons an. Die Hisbollah hatte ihrerseits Tausende Kämpfer zur Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad nach Syrien geschickt.

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