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FAZ.NET-Sprinter : Schatten oder Feuer

Unser Sprinter-Autor: Thomas Holl Bild: Robert Wenkemann

Der aufmüpfige Ober-Jungsozialist Kevin Kühnert versetzt die deutsche Politik in helle Aufregung. Das Haus von Helmut Schmidt fasziniert als bescheidener Ort deutscher Geschichte. Das und was sonst noch wichtig ist, steht im FAZ.NET-Sprinter.

          Wie dick und sperrig das sozialistische Ei noch werden wird, das Kevin Kühnert der SPD ins Nest gelegt hat, zeigt sich womöglich erst am Tag der Europawahl am 26. Mai. Neben der Debatte über die Enteignung privater Immobilienunternehmen und Hauseigentümer zur Behebung der Wohnungsnot dürfte auch der vom Juso-Chef per „Zeit“-Interview ausgelöste Streit über die Kollektivierung hochprofitabler Konzerne wie BMW den Europa-Wahlkampf der Sozialdemokraten überschatten oder aus linker Perspektive gar befeuern. Ob die Führung der SPD um Ex-Juso-Chefin Andrea Nahles, Vizekanzler Olaf Scholz, Generalsekretär Lars Klingbeil und Außenminister Heiko Maas zusammen mit den Spitzenkandidaten Katharina Barley und Udo Bullmann weiter zu der Sozialismus-Utopie des jungen Genossen Kevin schweigt, wird sich beim bundesweiten Wahlkampfauftakt am heutigen Freitag in Saarbrücken erweisen. Kühnert selbst wird übrigens auch mit auf der Bühne erwartet. Welchen Nerv Kühnert in seiner Partei mit seinem lauten Nachdenken über eine sozialistische Wirtschafts- und Gesellschaftsvision getroffen hat und welche erregten Reaktionen er vor allem bei den Koalitionspartnern CDU und CSU hervorruft, haben meine Berliner Kollegen Eckart Lohse und Markus Wehner aufgeschrieben.

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          Thomas Holl

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online.

          Vielleicht hätte der gewesene SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück neben meinem Hamburger Kollegen Matthias Wyssuwa auch Kühnert mit in den legendären Bungalow des nicht für sozialistische Visionen („Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“) bekannten Lieblingskanzlers der Deutschen mitnehmen sollen. Mehr als 50 Jahre lebte Helmut Schmidt in jenem Haus im unauffälligen Hamburger Stadtteil Langenhorn, das er 1961 damals noch als Innensenator zusammen mit seiner Frau Loki bezog. Dieser Ort deutscher Geschichte, in dem der spätere „Zeit“-Herausgeber am 10. November 2015 im Alter von 96 Jahren auch starb, ist nun im bescheidenen Maße für Besucher und Schmidt-Verehrer zugänglich. Als Kuratoriumsvorsitzender der „Bundeskanzler Helmut Schmidt Stiftung“ sorgt Steinbrück für eine der Bedeutung seines politischen Vorbilds würdigen Erinnerungskultur. Wie sich dies sich beim Gang durch das Schmidtsche Haus niederschlägt, lesen Sie in der Reportage, zu der Daniel Pilar sehenswerte Fotos gemacht macht. Nur der Rauch von tausenden von Zigaretten, die das unzertrennliche Ehepaar dort wegdampfte, ist inzwischen verzogen. Ob das Geheimnis dieser lebenslangen Verbindung wirklich getrennte Aschenbecher waren, wie einst Namensvetter Harald Schmidt witzelte, kann jedoch nicht gelüftet werden.

          Und sonst? 

          Beendet Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Besuch in Westafrika. Hält der EU-Ratspräsident und frühere polnische Regierungschef Donald Tusk an der Universität Warschau einen Vortrag über „die Verfassung, Europa freie Wahlen“. Trifft sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in Wien mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Beginnt in München die Deutsche Flipper-Meisterschaft.

          Die Nacht in Kürze:

          Reform der Grundsteuer: Der Deutsche Städtetag kritisiert Bayerns Forderung nach Ausnahmeregeln.

          Venezuelas Oppositionsführer Leopoldo Lopez: Spanien gewährt ihm in Caracas Botschaftsasyl und will ihn nicht ausliefern. Lopez war vor einigen Tagen dem Hausarrest entkommen.

          Chewbacca ist tot: Der 2,21 Meter große „Star Wars“-Schauspieler Peter Mayhew ist gestorben.

          Alex Jones auf Facebook unerwünscht: Die Seiten mehrerer rechter Hetzer hat der Konzern nun gelöscht.

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