https://www.faz.net/-gpc-71clo

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Kriegsverbrechen in Kongo : Den Haag erlässt neue Haftbefehle

  • Aktualisiert am

Bosco Ntaganda Bild: dapd

Nach seinem Urteil gegen den ehemaligen Rebellenführer Lubanga hat der Internationale Strafgerichtshof weitere Haftbefehle erlassen. Dem derzeit in Ostkongo marodierenden Rebellenführer Ntaganda und dem Milizenführer Mudacumura werden schwere Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt.

          Wenige Tage nach der Verurteilung des Rebellenführers Thomas Lubanga hat der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) weitere Haftbefehle wegen Kriegsverbrechen in Afrika ausgestellt. Das Tribunal wirft dem kongolesischen General Bosco Ntaganda und dem aus Ruanda stammenden Milizenführer Sylvestre Mudacumura Massaker an der Zivilbevölkerung sowie Folterungen, Vergewaltigungen und Plünderungen vor. Das teilte der Gerichtshof am Freitagabend in Den Haag mit.

          Ntaganda werden drei derartige Fälle von Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Distrikt Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo zwischen September 2002 und September 2003 vorgehalten. Es ist bereits der zweite Haftbefehl gegen den heute etwa 41 Jahre desertierten General, der inzwischen im Osten Kongos die als besonders brutal geltenden Rebellen der Gruppe M23 anführt.

          Er wird mit IStGH-Haftbefehl vom 22. August 2006 auch wegen der Zwangsrekrutierung von Kindern als Soldaten gesucht. Für dieses Verbrechen war der kongolesische Rebellenführer Lubanga am 19. Juli von dem Tribunal in Den Haag zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Es war das erste Mal, dass der vor zehn Jahren geschaffene Weltstrafgerichtshof einen Kriegsverbrecher ins Gefängnis schickte.

          Der 58 Jahre alte Mudacumura muss sich laut Haftbefehl in neun Fällen für Kriegsverbrechen verantworten, die er zwischen Januar 2009 und September 2010 in der ostkongolesischen Region Kivu begangen haben soll. Der Gesuchte ist einer der Kommandeure der extremistischen Hutu-Miliz FDLR. Viele ihrer Mitglieder waren am Völkermord an den Tutsi und gemäßigten Hutu in Ruanda beteiligt, dem 1994 nahezu eine Million Menschen zum Opfer gefallen waren. Die FDLR verübte auch Bluttaten während der bewaffneten Konflikte im Kongo zwischen 1998 und 2003. Nach UN-Schätzungen wurden damals etwa fünf Millionen Menschen getötet.

          Vor dem IStGH sind derzeit 15 Verfahren mit Angeklagten aus sieben Ländern Afrikas anhängig: Uganda, Kenia, Libyen, dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo (DRC), der Zentralafrikanischen Republik und der Elfenbeinküste.

          Weitere Themen

          Große Entscheidungen liegen vor uns

          F.A.Z.-Sprinter : Große Entscheidungen liegen vor uns

          Die gute Nachricht des Tages: Das Wetter wird schön. Wie es allerdings künftig um das Klima bestellt sein wird, spielt im Klimakabinett in Berlin eine große Rolle. Was sonst noch wichtig wird – der F.A.Z.-Sprinter am Morgen.

          Der gute Trump

          F.A.Z.-Sprinter : Der gute Trump

          Der schlechteste aller schlechten Präsidenten ist vielleicht doch nicht ganz so schlecht. Berlin schwebt in Klimahöhen. Jakarta hingegen versinkt im Meer. Alles Wichtige im F.A.Z.-Sprinter.

          Plötzlich kleinlaut

          F.A.Z.-Sprinter : Plötzlich kleinlaut

          Trump, Netanjahu und Johnson kennt man großspurig. Doch plötzlich zögert Trump, kämpft Netanjahu um sein politisches Überleben und muss sich Johnson vor dem Supreme Court rechtfertigen. Alles Wichtige steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Topmeldungen

          Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD Thüringen

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Hoeneß versus ter Stegen : Abteilung Torwartverteidiger

          Das Schauspiel um die deutschen Torhüter geht weiter: Uli Hoeneß macht sich in einem Fernsehinterview die Welt, wie sie ihm für Bayern-Torwart Manuel Neuer gefällt. Er fordert unter anderem von süddeutschen Medien mehr Rückhalt und droht dem DFB.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.