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Kostas Karamanlis : Gemeinschaftssolidarität

  • Aktualisiert am

Die Unterzeichnung der Verträge von Rom eröffnete eine neue Epoche für Europa - die EU hat ihren Platz in der Geschichte als das erfolgreichste Modell zwischenstaatlicher Kooperation für Frieden und Wohlstand eingenommen.

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          Die Unterzeichnung der Verträge von Rom eröffnete eine neue Epoche für Europa - die EU hat ihren Platz in der Geschichte als das erfolgreichste Modell zwischenstaatlicher Kooperation für Frieden und Wohlstand eingenommen. Das europäische Gefüge hat den Krieg unter den Mitgliedstaaten undenkbar gemacht, weil Kooperation und Konsens den Krieg als Mittel zur Lösung von Differenzen beseitigt haben. Größe und Macht sind der Beteiligung und der Verpflichtung auf die europäischen Prinzipien und Werte gewichen.

          Die Union weist den Weg zur Lösung von Bürgerproblemen. Sie zeigt ihr soziales Gesicht, fördert Reformen in zukunftsweisende Bereiche und zählt zu den Wegbereitern beim Klimaschutz. Darüber hinaus wirkt sie als Leuchtturm und Stabilitätspol in der ganzen Welt. Deshalb müssen wir die Union erhalten, ausbauen und ihre Vorteile propagieren.

          Griechenland hat das vereinigte Europa stets als seinen natürlichen Raum angesehen, mit dem es politisch, kulturell und sozial sowie durch gemeinsame Werte verbunden ist. Knapp zwei Jahre nach Unterzeichnung der Verträge von Rom beantragte Griechenland die Aufnahme in die EWG; 1961 war es der erste Staat, der einen Beitrittsvertrag unterzeichnete. Durch den Beitritt 1981 wurde Griechenland definitiv in ein Stabilitäts- und Wachstumsumfeld eingeordnet, in dessen Rahmen es seine Sicherheit besser wahren und dank Wirtschaftswachstum und der Regional- und Sozialkonvergenz Fortschritte machen konnte.

          Heute verfolgt Griechenland das Ziel der europäischen Integration, weil Sicherheit, Wachstum und Fortschritt nur gemeinsam erreicht werden können. Die Staaten werden stärker, wenn sie ihre Kräfte, ihre Bemühungen und ihre Ziele miteinander verbinden und ihre Politiken harmonisieren. In diesem Sinn müssen wir die Gemeinschaftssolidarität weiter stärken. Folglich wollen wir das europäische Gebäude weiter ausbauen. Dabei stehen wir vor großen Herausforderungen. Durch den Verfassungsvertrag haben wir versucht, einige davon zu beantworten. Natürlich können wir das Ergebnis der Referenden in Frankreich und den Niederlanden nicht ignorieren - aber auch nicht, dass die Mehrheit der Mitgliedstaaten den Verfassungsvertrag ratifiziert hat. Wir sind überzeugt, dass der Verfassungsvertrag uns in die Lage versetzt, die Herausforderungen zu meistern. Mit mittlerweile 27 Mitgliedstaaten könnte die EU ansonsten Gefahr laufen zu erstarren. Deshalb stehen wir vor der Alternative, voranzuschreiten oder zu stagnieren. Dabei können wir nicht mehr alle gemeinsam vorwärts schreiten; aber diejenigen, die es wollen und können, müssen es tun - damit machen sie den Weg auch für andere frei, sie sind die Lokomotive. Die politische Stärkung der Gruppe der Euro-Zone ist eine solche Perspektive.

          Die geographische Lage Griechenlands am Rand der Union stellt eine besondere Herausforderung für das Land dar, sie bietet aber auch eine Chance. Griechenland hat Stabilität, Wachstum und Fortschritt seiner schwer geprüften Nachbarschaft zum strategischen Ziel gemacht. Deswegen befürwortet es die Annäherung der Nachbarstaaten an Europa.

          Ministerpräsident der Hellenischen Republik

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