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Mecklenburg-Vorpommern : Wald in Flammen

Mecklenburg-Vorpommern, Probst Jesar: Einwohner und Urlauber beobachten einen Hubschrauber CH53 der Bundeswehr beim Aufnehmen von 5000 Liter Löschwasser in einem See. Bild: dpa

Das verehrte Kulturgut der Deutschen hätte mehr Schutz verdient. Denn der Wald ist Speicher von Kultur und Kohlendioxid. Eine unromantische Mischung? Nicht für uns Deutsche.

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          Nicht erst der Waldbrand in Mecklenburg zeigt den Deutschen, dass ihr verehrtes Kulturgut besseren Schutz verdient hätte, aber nicht hat. Der Wald gehört zwar nicht zu den bedrohten Arten, aber was er seit Jahren ertragen muss, ist mit Brandgefahr und Borkenkäfer nur ungenügend beschrieben. Die Trockenheit hat allein im vergangenen Jahr zu weit größeren Verlusten geführt als Feuer und der jährliche Holzeinschlag. Im laufenden Jahr wird es nicht viel besser sein. Das trifft vor allem die privaten Waldbesitzer. Es ist eine bittere Ironie dieser Entwicklung, dass einer der größten Waldbrände jetzt ausgerechnet den Forst eines Truppenübungsgeländes trifft. Dort haben Flora und Fauna trotz Schießübungen und Panzerspuren gemeinhin immer noch am meisten Ruhe vor Mensch und Klima.

          Die Katastrophe westlich von Ludwigslust ist nicht nur deshalb eine Herausforderung, weil Munition im Manövergebiet die Löscharbeiten behindert und Räumfahrzeuge der Bundeswehr erst einmal Schneisen schlagen müssen. Die Feuerwehren üben zwar landauf landab für ihren klimatisch bedingten neuen Ernstfall, sind aber für Wald- und Flächenbrände in dieser Häufung und Intensität nach wie vor nicht ausreichend ausgerüstet – es fehlt ihnen an schwerem, geländegängigem Gerät, an Löschhubschraubern, an Personal. Allein in Mecklenburg-Vorpommern mussten neben dem großen mehrere „kleine“ Waldbrände bekämpft werden.

          Selbst wenn es sich, wie offensichtlich im Fall des Feuers bei Lübtheen, um Brandstiftung handelt, die Ursache des Ausbruchs und der schnellen Ausbreitung der Waldbrände ist eine Wetterlage, die leider alles andere als eine Laune der Natur zu sein scheint. Der Streit darüber, zu welchen Graden es sich dabei um ein natürliches oder ein menschengemachtes Phänomen handelt, ist müßig: Es muss etwas getan werden. Die Waldbesitzer haben sich angesichts ihrer exorbitanten Verluste schon darauf eingestellt, auch Bund und Länder rüsten ihre Unterstützung auf. Alle Beteiligten sind aber noch lange nicht auf einem grünen Zweig angekommen. Das wird erst dann der Fall sein, wenn der Wald nicht nur als Hüter und Spender von Wild und Holz begriffen wird, sondern auch als Speicher von Kultur und Kohlendioxid. Eine ganz unromantische Mischung? Aber doch nicht für uns Deutsche.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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