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Der Fall Lübcke : Psychische Beihilfe

Der Tatverdächtige Stephan E. Anfang Juli nach einem Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof Bild: dpa

Es wird so viel Dreck geschleudert, dass „psychische Beihilfe“ zu dem geworden ist, was nur Extremisten sich wünschen können: zu einem weiten Feld.

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          Ein Einzeltäter war der mutmaßliche Mörder von Walter Lübcke offenbar nicht. Der Bundesgerichtshof lehnte die Haftbeschwerde eines zweiten Verdächtigen ab, dem „psychische Beihilfe“ vorgeworfen wird. Das bezieht sich nicht nur auf einen Zeitraum unmittelbar vor der Tat, sondern auch auf die Jahre, in denen Stephan E. aus dem Gesichtskreis der Behörden verschwinden konnte.

          Nicht erst die Flüchtlingskrise brachte die beiden Männer dazu, sich wieder oder noch immer unter Rechtsextremisten zu bewegen. Die Bürgerversammlung, in der Lübcke deren Zorn erregte, gab dann nur den letzten Anstoß zur Tat. Der Beschluss des Bundesgerichtshofs wirft deshalb Fragen auf, die schon die Ermittlungen gegen den NSU verfolgten: Gab es noch mehr Mitwisser, noch mehr Beihilfe?

          Und warum konnten sich Stephan E. und sein mutmaßlicher Komplize über Jahre ungestört verschlüsselt im Netz bewegen? Liegt das an zu laschen Gesetzen, an den Kapazitäten von Polizei und Verfassungsschutz? Die traurige Wahrheit ist, dass so viel Dreck geschleudert wird, dass psychische Beihilfe zu dem geworden ist, was nur Extremisten sich wünschen können: zu einem weiten Feld.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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