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Karstadt-Geschäftsführer : „Sie müssen sich K-Town ansehen“

  • Aktualisiert am

„Premium läuft gut“: Andrew Jennings Bild: dpa

Die Sanierung des Warenhauskonzerns wird ein Marathonlauf, sagt der Vorsitzende der Karstadt-Geschäftsführung Andrew Jennings. Ein Gespräch über neue Konzepte, alte Sorgen und den Wandel ab dem Herbst. 

          Herr Jennings, als Sie im vergangenen Sommer Ihre neue Strategie Karstadt 2015 vorstellten, prophezeiten Sie, dass eine lange und eine harte Reise bevorsteht...

          Genau, unsere Strategie ist ein Marathonlauf und kein Sprint. Karstadt ist ein Unternehmen in Transformation. Nach meiner langjährigen Erfahrung im internationalen Warenhausgeschäft wird es vier bis fünf Jahre, wenn nicht sogar länger dauern, bis der komplette Umbau von einem überholten Geschäftsmodell zu einem kundenfokussierten, voller Leben steckenden Unternehmen geschafft ist. Schließlich wurde Karstadt zuvor über zehn Jahre hinweg kontinuierlich heruntergewirtschaftet.

          Sie sind mit der Umsetzung ihrer Strategie inzwischen seit mehr als einem halben Jahr unterwegs. Wo bleiben die ersten Erfolge?

          Wir sind ein gutes Stück vorangekommen in diesen ersten sechs Monaten seit wir Karstadt 2015 gestartet haben. Die erste Etappe ist meist das schwierigste Stück des Weges. Um noch einmal in Erinnerung zu rufen: Unsere Strategie baut auf den vier Schlüsselkomponenten Modernisierung, Differenzierung, Schärfung des Profils und Vereinfachung des Geschäftsmodells auf. Was die Modernisierung angeht, haben wir im vergangenen Jahr bereits 22 Filialen neu eröffnet.

          Was ist dort anders als bisher?

          Wir haben dort beispielsweise Multimedia reduziert und stattdessen deutlich mehr Gewicht auf Mode, Beauty, Uhren und Schmuck gelegt. Wir haben mehr Struktur und Licht in die Häuser gebracht. Zusätzlich zu den modernisierten Filialen haben wir an anderen Standorten Abteilungen erneuert, wie zehn zusätzliche Beauty-Abteilungen. Wir haben eine Vielzahl weiterer Maßnahmen umgesetzt, beispielsweise über 600 Schaufenster nach einem neuen Konzept gestaltet. Und wir sind expandiert: Mit einem neuen Karstadt Sports in Wiesbaden und einer Pilot-Filiale in Göttingen mit dem Namen K Town...

          ... wo Sie neue, junge Zielgruppen ansprechen wollen. Kaufen denn tatsächlich junge Leute bei einem Karstadt-Ableger ein? Karstadt hat doch eher ein verstaubtes Image.

          Sie müssen sich K Town ansehen. Es läuft erfolgreich und wir bekommen tolles Feedback von Kunden jeder Altersklasse. Die Lieferanten zeigen großes Interesse an dem auch von Fachzeitschriften gelobten Konzept. Deshalb denken wir darüber nach, in diesem Jahr ein bis zwei weitere Filialen zu eröffnen. Wo das sein wird, steht aber noch nicht fest.

          Sie haben auch eine Schärfung des Profils, die Modernisierung der Sortimente und nicht zuletzt eine Aufwertung der Karstadt-Eigenmarken zu wirklich exklusiven Marken versprochen. Wo sind die faszinierenden Marken, die „Wow-Effekte“, die neues Publikum in die Häuser locken sollen? Viel davon ist noch nicht zu sehen.

          Wir müssen schneller werden. Aber der Wandel geht nicht über Nacht, das kann ich nur wiederholen. Es dauert grundsätzlich einige Saisons, bis so ein Umbau im Sortiment auch für die Kunden sichtbar wird. Ab der nächsten Herbst- und Wintersaison wird es einen richtigen Schub geben.

          Wir sind gespannt. Verraten Sie uns wenigstens ein paar Beispiele.

          Um nur einige der tollen neuen Marken zu nennen: Im Bereich Beauty sind zum Beispiel in Warenhäusern neu O.P.I, The Balm, Kiehls und Bare Minerals. In der Mode sind es Marken wie Campus, Spanx, Desigual oder Laura Biagiotti Lifestyle und viele andere. Sehr erfolgreiche neue Eigenmarken sind zum Beispiel im Bereich Uhren und Schmuck Vandenberg und Daniel Khone.

          Wirkt sich das wenigstens schon in Euro und Cent aus?

          Natürlich.

          Nennen Sie Zahlen. Wie ist der erste große Test, das Weihnachtsgeschäft, ausgefallen? Beim Wettbewerber Kaufhof bleiben ziemlich viele Wünsche offen.

          Als privates Unternehmen veröffentlichen wir keine Zahlen. Aber grundsätzlich, Karstadt hat ein Geschäftsvolumen jenseits der Drei-Milliarden-Euro-Marke - das ist ja bekannt. Wir sind mit vorsichtigem Optimismus in den November gestartet. Das Geschäft im Dezember war dann in einigen Bereichen sehr enttäuschend. Der wärmste Winter seit zehn Jahren hat es vor allem für warme Kleidung, Schuhe und Wintersportartikel schwer gemacht. In anderen Abteilungen ist es dafür sehr gut gelaufen. Die Umsätze in den genannten Bereichen haben sich aber angesichts der augenblicklichen Kälte ganz erheblich verbessert.

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