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Wissenschaftsdiplomatie : Rote Linien im globalen Machtkampf

  • -Aktualisiert am

In neuer Mission: Die Wissenschaftsminister der G-7-Staaten und die EU-Forschungskommissarin (rechts) bei ihrem ersten Gipfeltreffen in Frankfurt am Main Bild: dpa

Nicht erst seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wächst die Bedeutung der Wissenschaftsdiplomatie. Werden Wissenschaftler darüber zu Akteuren einer neuen Realpolitik?

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          Für die Wissenschaftsaußenpolitik war der Angriff auf die Ukraine ein unvorhersehbares Ereignis, das die Debatte über Ziel und Zweck der „Science Diplomacy“ befeuerte. Schon zuvor war deutlich geworden, dass sich die Wissenschaft vermehrt als außenpolitischer Akteur versteht oder von der Politik so betrachtet wird. Weniger klar ist, wie Wissenschaftsaußenpolitik funktioniert und was man von ihr erwarten darf. Als Teil auswärtiger Kulturpolitik ist sie zwar dem Namen nach im Auswärtigen Amt verortet, doch umgesetzt wird sie von ganz unterschiedlichen Akteuren des Wissenschaftssystems. Steuerungskompetenz hat das Auswärtige Amt im strengen Sinne nicht. Was dort entwickelt wird, wird in der Regel mit Brüssel besprochen, und was darüber hinaus in nationaler Wissenschaftspolitik entwickelt wird, wird danach üblicherweise in Institutionen wie dem Global Research Council durch die deutschen Repräsentanten vertreten.

          Das erzeugt erheblichen Koordinationsbedarf und führt zu Widersprüchen: Denn auch in Diktaturen und totalitären Staaten wird gelehrt und geforscht. Man kann darüber klagen, aber kooperieren muss oder will man schon. Das gilt insbesondere dann, wenn es um die sogenannten globalen Herausforderungen wie Klimawandel oder Pandemien geht. Der Klimawandel lässt sich nun einmal nicht vollständig erfassen, wenn man sich nicht auch mit den sibirischen Permafrostböden befasst.

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