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Kolumne „Nine to five“ : Kaffee-Kontroverse

Wie viel Kaffee pro Tag ist noch unbedenklich? Bild: dpa

Der gemeinsame Kaffee in der Arbeit, das bedeutet Geselligkeit, Gespräche, eine Pause, die guttut - allerdings nicht immer.

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          Frau B.s Team war in Aufruhr. Es lag an einem Artikel, den ihre Kollegin Frau D. gelesen und dessen Quintessenz sie sogleich in den firmeninternen Teams-Chat gepostet hatte. „Hilfe, ich trinke zu viel Kaffee!“, lautete der Eintrag und bezog sich auf Aussagen einer Ernährungsexpertin, die vier Tassen am Tag zum Limit erklärte, alles andere sei schlecht für die Gesundheit. „Wann beginnt eigentlich Kaffeesucht?“, fragte Kollege F. daraufhin, als er Frau B. im Flur traf. Ob es bedenklich sei, dass er schon zwei Tassen intus habe, wenn er morgens im Büro eintreffe?

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Frau B. offenbarte, dass sie immer „kaffeenüchtern“ ins Büro komme und dadurch sozusagen einen Freifahrschein für die vollen vier Tassen während des Arbeitstages habe. Nur im Homeoffice funktioniere das nicht.

          Apropos Homeoffice – das Stichwort brachte Frau B. auf die Idee, von einem anderen Artikel zu erzählen. Zugegeben: Von dem Internetportal, auf dem sie ihn gefunden hatte, hatte sie nie zuvor gehört, von dem dort zitierten „Rechtsexperten“ auch nicht. Seine Meinung aber fand sie hinreichend interessant: Auch im Homeoffice stehe Arbeitnehmern kostenloser Kaffee zu, sofern der Arbeitgeber diesen auch am Arbeitsplatz zur Verfügung stelle. Dieser Anspruch leite sich aus dem „Gewohnheitsrecht“ ab.

          Betriebliche Übung

          Sei es im Betrieb längere Zeit üblich gewesen, dass der Kaffee umsonst ist, dürften Beschäftigte darauf vertrauen, dass das weiterhin so sei. Selbst dann, wenn mittlerweile teilweise vom heimischen Schreibtisch aus gearbeitet wird. Dieser Grundsatz der „betrieblichen Übung“ sei vom Verfassungsgericht bestätigt und auf den Kaffee im Homeoffice anwendbar. Der Kaffee müsse also entweder vom Arbeitgeber nach Hause geschickt werden, oder die Chefs müssten eben Geld für den Kaffeeverbrauch im Homeoffice bezahlen. „Gut zu wissen, oder?“, sagte Frau B. stolz. Schließlich habe sie in der Pandemie eine teure Siebträgermaschine angeschafft.

          Kollege F. staunte kurz, kehrte dann aber schnell zum ursprünglichen Thema zurück. Allein dieses Gespräch offenbare Kaffeesucht im fortgeschrittenen Stadium, sagte er. Und schlug vor, es bei einer Tasse Espresso in der Küche fortzusetzen.

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