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Technische Trendfächer : Wie man sich auf KI spezialisieren kann

  • -Aktualisiert am

Quantencomputer von IBM in der Nähe von Stuttgart Bild: Graham Carlow Photography

Digitalisierung und KI werden immer wichtiger, aber Fachleute fehlen – dabei ist der Weg geebnet. Denn passende Studiengänge gibt es auch an deutschen Hochschulen.

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          Um auch in zehn oder zwanzig Jahren noch relevant zu sein, müssen Unternehmen sich ständig weiterentwickeln. Neue Ideen, Projekte und Technologien sind gefragt – und müssen betreut und gefördert werden. Genau das ist die Aufgabe eines Innovationsmanagers: „Als Innovationsmanager begleitet man neue Projekte von der ersten Idee hin bis zur Markteinführung“, sagt Steffen Strese, Professor für Innovationsmanagement an der Technischen Universität Dortmund.

          Nicht jede neue Idee wird zum Erfolg, aber Innovationsmanager wissen mit dieser Unsicherheit umzugehen – und wie man im Unternehmen trotzdem Ressourcen bekommt, um solche Projekte anzugehen. Aber wie erlernt man die richtigen Fähigkeiten, und wie zukunftsfähig ist die Ausbildung zum Innovationsmanager?

          „Das Thema ist wichtig, egal in welchem Bereich die Leute später arbeiten“, sagt Strese. Weil digitale Technologien und Künstliche Intelligenz rapide an Relevanz gewinnen, werden Leute gebraucht, die wissen, wie sie aus einer Idee ein Produkt entwickeln. Die Spezialisierung auf Innovationsmanagement, die eng mit Unternehmertum, also „Entrepreneurship“ verknüpft ist, erfolgt meist über den Master. Aber auch im Grundstudium können Studierende entsprechende Kurse belegen. „Im BWL-Bachelor gibt es Studiengänge, die Kurse im Bereich Innovationsmanagement anbieten, während andere eher den Schwerpunkt auf Finance und Accounting legen“, sagt Strese.

          „Quantenwissenschaften müssen in Praxis übertragen werden“

          Auch im Wirtschaftswissenschaftsstudium lassen sich an einigen Unis entsprechende Schwerpunkte setzen. Master im Bereich Innovationsmanagement werden bislang vor allem von Business Schools wie der TUM School of Management Heilbronn oder der Munich Business School angeboten. Strese rechnet aber damit, dass künftig mehr Universitäten entsprechende Master in ihr Programm aufnehmen werden. Wer lieber selbst die Technologien der Zukunft entwickeln möchte, wird früher oder später auf die Quantentechnologie stoßen.

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          Die Wissenschaft ist mehr als 100 Jahre alt, hat aber die Phantasie zuletzt enorm beflügelt. Deshalb liefern sich Spitzenlabore und Firmen wie Google, Microsoft und IBM ein Wettrennen um die Entwicklung von Quantencomputern. Die TU München bietet seit 2020 gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München den Studiengang „Quantum Science & Technology“ an. „Die Quantenwissenschaften müssen in die Praxis übertragen werden, das ist das Ziel des Studiengangs“, sagt Alexander Holleitner, Beauftragter für den Master-Studiengang und Leiter des Lehrstuhls für Nanotechnologie und Nanomaterialien an der TU München.

          Derzeit bemühen sich viele Unternehmen, Quantentechnologien aus den wissenschaftlichen Laboren in die Industrie zu überführen. „Ein prominentes Beispiel ist der Quantencomputer, aber dies gilt genauso für Quantensensoren und die Quantenkommunikation“, sagt Holleitner. Quantensensoren können am quantenphysikalischen Limit Magnetfelder messen, erklärt er. Die Quantenkommunikation ist eine abhörsichere Art der Kommunikation auf Basis der Quantenmechanik.

          KI-Fachleute gesucht

          „Es geht uns auch darum, deutschen Technologiefirmen, die in der ein oder anderen Abteilung in Quantentechnologien investieren, das notwendige Know-how anzubieten“, so Holleitner. Die Nachfrage ist also vorhanden, und auch das Studienangebot ist verhältnismäßig breit. So bietet die Universität Würzburg einen Bachelor- und einen Master-Studiengang in Quantentechnologie an. An der RWTH Aachen und der Universität Stuttgart gibt es Master-Studiengänge.

          Eines der wohl größten Trendthemen der vergangenen Jahre ist die Künstliche Intelligenz (KI). Die Technologie hat das Potenzial, Bereiche unseres Lebens zu revolutionieren, von der Gesundheitsbranche über die Art und Weise, wie wir kommunizieren, bis hin zur Produktion. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer von PwC schätzen 31 Prozent der Unternehmen ihr Wettbewerbsrisiko gegenüber Konkurrenten, die KI einsetzen, als groß ein. Gleichzeitig nutzen erst vier Prozent der hiesigen Unternehmen KI. Das liegt auch daran, dass Nachwuchs mit entsprechendem Wissen fehlt.

          „Data Science“ lässt sich vielerorts studieren

          Um genau dieses Wissen zu erlangen, haben Studierende die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichen Wegen zu spezialisieren. Wer sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen will, muss unter anderem mit großen Datenmengen arbeiten. Der Bachelor-Studiengang „Data Science“ wird an diversen Universitäten angeboten, etwa in Stuttgart, Marburg und Göttingen. Studierende lernen die wichtigsten Grundkenntnisse aus Informatik, Statistik und Mathematik.

          An der Universität Marburg können sie einen Schwerpunkt in Software-Entwicklung, skalierbarem Datenmanagement, maschinellem Lernen, statistischer Analyse sowie angewandter Mathematik wählen. Auch entsprechende Master-Programme unter dem Namen „Data Science“ gibt es an einigen Universitäten.

          Der Studiengang ist jedoch nicht der einzige Weg, um später mal im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu arbeiten. Auch wer sich für ein reguläres Informatik- oder Mathematikstudium entscheidet, kann mit den richtigen Schwerpunkten im KI-Bereich durchstarten. Es führen viele Wege in die Zukunft.

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