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Landarztprogramm in NRW : Wie eine Hauptschülerin Medizin studiert

  • -Aktualisiert am

Nicht mehr ausschließlich ein Ort für Abiturienten mit Einser-Notenschnitt: Vorlesungssaal im Medizinstudium Bild: dpa

Der Kampf um Studienplätze in der Medizin ist erbittert, Bestnoten am Gymnasium sind die Voraussetzung. Eigentlich. Hanna hat nur die Hauptschule besucht und kann trotzdem von der eigenen Praxis träumen. Ein Porträt.

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          Fünf Seiten gelochtes Papier werden Hannas Zukunft bestimmen. Wo sie mal wohnen und arbeiten wird, wo ihre Kinder zur Schule gehen werden. Ein Vertrag, den die 24-Jährige mit zittriger Hand und Freudentränen in den Augen unterschrieben hat. Hanna hat sich dazu verpflichtet, nach ihrem Studium als Hausärztin auf dem Land zu praktizieren. Dieser Vertrag ist ihre einzige Chance, Ärztin zu werden. Denn eine Menge spricht gegen ihren großen Traum: Hannas Konzentrationsschwäche und ihre schlechten Noten. Ihre Familie, aus der noch niemand studiert hat. Und das fehlende Einser-Abitur. Mehr noch: Hanna hat überhaupt kein Abitur gemacht.

          Auf einem Hof mit großen, grünen Scheunentoren am Rande von Ochtrup im Münsterland fängt Hannas Geschichte an. Dort äußert sie zum ersten Mal den Berufswunsch, von dem sie sagt, dass er schon mit vier Jahren in ihr keimte. Hanna behandelt ihre Puppen mit kleinen Plastikspritzen, die ihre Mutter, eine Krankenschwester, aus dem Krankenhaus mitgebracht hat. Da ist es keine Überraschung mehr, als sie beim Abendessen verkündet, Ärztin werden zu wollen. Alle haben gelacht. Dass Hanna ADHS hatte, das war schon damals diagnostiziert.

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