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Serie „Die Karriere googeln“ : Was die Deutschen zum Thema Bewerbung wissen wollen

Was die richtige Bewerbungs-Methode ist hängt auch stark von der gewünschten Stelle ab. Bild: Picture-Alliance

Was ist eigentlich ein gutes Gehalt? Was genau gehört in den Lebenslauf? Die Deutschen googeln viele Fragen zur Karriere. Wir beantworten die wichtigsten in einer Serie. Hier kommt Folge 3 zum Thema Bewerbung.

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          Lieber Google fragen als den Karriereberater? Das denken sich viele Deutsche. Auf FAZ.NET berichten wir in einer Serie fünf Tage lang darüber, welches die am meisten gestellten Karrierefragen auf Google sind - und beantworten sie. Los ging's mit mit dem Thema Studium. Folge 2 befasste sich mit dem Thema Gehalt. Und diesmal geht's um die Bewerbung.

          Was gehört in einen Lebenslauf?

          Theoretisch ist das eine banale Frage: Aufschreiben, was ich wie, wann und wo gelernt und gearbeitet habe und wie das jeweils von anderen bewertet wurde – also in Tabellenform Daten liefern und Zeugnisse beifügen. Klar und kompakt formulieren. Praktisch ist das allerdings in vielen Fällen keineswegs so leicht zu beantworten und extrem von der jeweiligen Branche und dem erhofften Posten abhängig.

          Ganz entscheidend: Kein Personalchef pflügt sich begeistert durch seitenlange PDF-Anhänge und studiert gern endlose, detailverliebte Tabellen. Je älter aber ein Bewerber ist, umso mehr hat er meist vorzuweisen. So gilt die goldene Regel für Bewerber von etwa 40 Jahren an aufwärts: Arbeitsstationen in umgekehrter Reihenfolge aufführen, also damit anfangen, was man zurzeit tut. Schließlich will der Bewerber ja auch nicht als Praktikant anheuern, sondern auf Augenhöhe wahrgenommen werden. Die aktuelle Position beschreiben und dann runter bis zum letzten Schulabschluss kurz referieren.

          Das Stichwort „kurz“ ist nicht zu unterschätzen: Bewerber sollten genau überlegen, was wirklich an ihrem Werdegang interessant ist und nicht mit Details aus frühster Jugend aufwarten. Diese Anfängerfehler unterlaufen überehrgeizigen Studenten, die um ein Praktikum ringen und noch wenig vorzuweisen haben. Trotzdem führt das zum Kern der Herausforderung: klug auswählen, was wirklich relevant und aussagekräftig ist und lieber Stationen weglassen.

          Abi- und Hochschulzeugnis sowie Arbeitgeberzeugnisse sind obligatorisch. Wer eine Fülle von Zwischenzeugnissen angesammelt hat, fügt nur die wichtigen an und verweist „bei Interesse“ auf andere. PC-Kenntnisse sind im digitalen Zeitalter eine Binse, hier Signalwörter einbauen, auf HTML 5 und Typo 3 verweisen.

          Die Mischung muss stimmen. Das gilt auch für den kurzen Block über Freizeitbeschäftigungen. Gut macht sich der Hinweis auf ein sportliches Hobby – Arbeitgeber schätzen wenig Fehltage ihrer Mitarbeiter, und wer auf körperliche Fitness achtet, positioniert sich da richtig. Je nach Branche kommt ein weiteres, kreatives Hobby gut an, Hauptsache, es ist (oder klingt) einigermaßen anspruchsvoll oder exotisch.

          Aber auch das ist ein bisschen russisches Roulette: Interessiert sich jemand für Origami, provoziert das möglicherweise ein Gähnen, hat der Personalchef Interesse an asiatischer Kultur, gibt das Pluspunkte. Was grundsätzlich gilt: Bei all den glattgebügelten Lebensläufen ist ein originelles Alleinstellungsmerkmal nie verkehrt. Es gibt Stipendiaten, die sind nur deshalb in die Vorstellungsrunde vorgedrungen, weil sie mit einem Goldtanzkurs geglänzt haben. Und ein Jurymitglied Standardtänze liebte. Also nur Mut, authentisch zu sein.

          Und was mache ich mit Lücken im Lebenslauf? Vertuschen bringt nichts. Personalchefs können rechnen. Was aber hilft, ist charmantes Eingestehen und augenzwinkernde Wortakrobatik: Die Faulenzerei wird Orientierungsphase genannt.

          Wie bewerbe ich mich richtig?

          Das Thema ist ein Evergreen: Es gibt Generationen von Ratgebern zum „richtigen Bewerben“. Zumindest von Zeit zu Zeit erscheint eine Überarbeitung der Ratschläge durchaus sinnvoll, denn auch Bewerbungen unterliegen gewissen Modewellen. Als es etwa um die Jahrtausendwende herum viele Arbeitslose gab und sich auf den Schreibtischen der Personalmanager die Bewerbungsmappen (damals noch ausschließlich aus Papier) nur so stapelten, galt die Maxime: auffallen um jeden Preis. Farbige Mappen, kunstvolles Layout, originelle Verpackungen – der Phantasie schienen keine Grenzen gesetzt bei dem Versuch, die eigenen Qualitäten irgendwie aus der schieren Masse hervorstechen zu lassen. Zeitweise entstand allerdings auch der Eindruck, dass der schöne Schein in krassem Missverhältnisse zum Inhalt stand. Dabei gelten Personalmanager gemeinhin als eher konservativ und stark an Inhalten ausgerichtet.

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