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Projektmanagement : Alles im Blick

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Dass Sebastian Völker in seinem jungen Alter bereits als Projektmanager arbeitet, ist ungewöhnlich, aber kein Einzelfall. Möglich machte es seine eng an Bosch Rexroth gekoppelte Ausbildung, die mit einem dualen Bachelorstudium zum Wirtschaftsingenieur mit dem Schwerpunkt Maschinenbau begann und in ein Premaster-Programm bei dem Anbieter von Antriebs- und Steuerungstechnologien in Lohr am Main mündete. Dies habe ihm die Zeit gegeben, die er brauchte, um sich für einen sinnvollen Masterstudiengang zu entscheiden – denn Sebastian Völker wollte auf keinen Fall nur um des Titels willen weiterstudieren. Es sollte inhaltlich passen und ihn vorbereiten auf eine Stelle im Projektmanagement. Denn da wollte er hin. Er schrieb sich an der Universität Erlangen für den Masterstudiengang International Management in Systems Engineering ein, arbeitete parallel als Werkstudent bei Bosch Rexroth und legte so weitere Grundsteine für seine Karriere. „In der Regel übernehmen Ingenieure nach zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung Projektverantwortung“, erklärt Thomas Leiher, Gruppenleiter in der Personalabteilung bei Bosch Rexroth. „Aber Sebastian hat alle Fähigkeiten, die wir brauchen: Er arbeitet selbständig und lösungsorientiert, ist strukturiert, kann aber auch improvisieren und hat einen guten Kommunikationsstil sowie die nötige Führungskompetenz.“ Ob ihm bei all der Organisation das, was er ursprünglich einmal gelernt habe, nicht zu kurz komme? Nein, betont der Jungmanager. Er sei zwar nicht mehr so stark in technische Abläufe involviert wie in der Entwicklung. „Aber ohne mein Fachwissen aus dem Ingenieurstudium könnte ich meinen Job nicht machen.“ Aktuell plant er die Teilnahme an einem PMI-Zertifikatskurs und möchte dann nach und nach größere und höher budgetierte Projekte übernehmen.

Die Quereinsteigerin: Anika Simon, 33, Sportwissenschaftlerin, Program-and-Projekt-Management-Analystin bei Accenture

Anika Simon studierte Sportwissenschaften und Psychologie in den USA und arbeitete nach ihrer Rückkehr in die Heimat zunächst als Leiterin verschiedener Fitnessstudios. Zu ihrem heutigen Arbeitgeber kam die 33-Jährige über einen Personaldienstleister, der sie als Kontakterin dorthin „verlieh“. Seit Anfang 2018 ist sie fest als Projektmanagerin bei Accenture angestellt – einem Dienstleistungsunternehmen also, das Services und Lösungen in Bereichen wie Strategie und Digital anbietet und dessen Geschäft vor allem projektgetrieben ist. Da braucht es bei allen Mitarbeitern entsprechende Fähigkeiten: strukturiertes Arbeiten, analytisches und konzeptionelles Denken, Kommunikationsfähigkeit. „Denn bereits als Projektgruppenmitglied muss man sich organisieren können und einen Weitblick für die Arbeitspakete in einem Projekt haben“, erklärt Dagmar Zippel, Leiterin Recruiting bei Accenture. Wer die Projektleitung übernimmt, muss zusätzlich Personal führen können und eine gewisse Menschenkenntnis mitbringen, um Teams richtig zusammenzustellen und Potentiale aufzutun. Annika Simon kam hier ihr Psychologiestudium zugute, aber auch die Tatsache, dass sie ihre Zeit im Ausland komplett allein gestemmt hat. „Das hat mir menschliche Reife und Stehvermögen gegeben.“

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