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Lob des Bildungsföderalismus : Es lebe der Flickenteppich!

  • -Aktualisiert am

Bund und Land im Bildungsdialog: Bundesministerin Anja Karliczek mit zwei Landesministern bei der Kulturministerkonferenz Bild: dpa

Ausgerechnet Bildung meint man bundesweit von oben herab verordnen zu müssen. Die Dauerkritik am Bildungsföderalismus ist ein Symptom politischer Müdigkeit. Ein Gastbeitrag.

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          Der Föderalismus im Bildungswesen hat in Deutschland kaum mehr einen Anwalt. Zwar hat sich eine Allianz verschiedener Ministerpräsidenten gerade öffentlichkeitswirksam dagegen gewehrt, im Tausch für zusätzliche Gelder des Bundes Kompetenzen im Bildungswesen herzugeben. Doch klingt in Meinungsumfragen und in den Kommentarspalten der großen Tageszeitungen selten Bewunderung für diesen merkwürdigen Widerstand gegen eine Föderalismusreform durch die Hintertür an. Die Bildungshoheit der Länder wirkt da wie ein eigentümliches Relikt, das aus unverständlichen Gründen noch nicht beseitigt worden ist.

          Drei Argumente werden ins Feld geführt, um den Sinn föderaler Strukturen im Bildungswesen zu kritisieren: Zunächst entstehen für Eltern, die in ein anderes Bundesland ziehen, mitunter gewisse Anschlussprobleme, wenn die Kinder bereits im schulpflichtigen Alter sind. Da weder für Schultypen noch für die einzelnen Passagen gemeinsame Standards vorliegen, kann das den Start in einer neuen Gegend erschweren. Hinzu kommt das Leistungsgefälle beim Abitur. Die Ansprüche an die Hochschulreife unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Das Abitur berechtigt aber zum Besuch aller Universitäten.

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