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Besondere Bauprojekte : Visionäre Meisterstücke

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Blick in eine der beiden fertiggestellten Röhren des Basistunnels.

Baumgarts Arbeit am Gotthard-Basistunnel begann 2002 mit der Montage der ersten Tunnelbohrmaschine am südlichen Ende, in Bodio. Schnell sammelte er Erfahrungen, wuchs in die Rolle des Projektleiters hinein und war damit verantwortlich für die Planung von Montagen und Demontagen sowie die Durchführung von Revisionen an den Tunnelbohrmaschinen. Als erster Ansprechpartner zu allen Fragen rund um die Maschinen stand er vor Ort im direkten Kontakt mit den Verantwortlichen der Arbeitsgemeinschaft (Consorzi TAT), die sich aus verschiedenen Bauunternehmen zusammensetzte. In seiner Schnittstellenfunktion zwischen Kunde und Herrenknecht profitierte er von kurzen Wegen, die eine enge Zusammenarbeit und eine schnelle Klärung von Fragen und Problemen möglich machten. „Kommunikation ist das A und O und eine gute Beziehung zu den verantwortlichen Akteuren auf der Baustelle von großem Vorteil. Egal, ob es darum geht, Abläufe zu optimieren oder auftretende Probleme zu meistern“, sagt er. Dass am Ende trotz geologischer Störzonen der Zeitplan gar unterboten werden konnte, darauf ist Baumgart besonders stolz.

Die tägliche Routine an der Baustelle spielte sich zwischen Tunnel und Büro ab: Nach dem Gespräch mit dem verantwortlichen Bauleiter und dem Status-quo-Check der Maschinen im Vortrieb am Morgen begann gegen Mittag die Arbeit im Office, wo Baumgart anstehende Vorarbeiten etwa zu Revisionen vorbereitete oder sich um die Ersatzteilbeschaffung kümmerte.

Technisches Büro als zentrale Anlaufstelle

„Die Arbeit vor Ort ist sehr abwechslungsreich“, erzählt auch Bauingenieur Jürgen Mielenz von Hochtief, der von 2003 bis 2011 das technische Büro des Baukonsortiums Consorzi TAT leitete, an dem Hochtief mit 25 Prozent beteiligt war und das den südlichen Tunnelabschnitt betreute. Planungen fanden üblicherweise im Büro statt, alle akuten technischen Fragen wurden direkt im Tunnelbereich begutachtet.

Rund 30 Mitarbeiter zählten zu Mielenz’ Team, darunter Konstrukteure, technische Zeichner, Vermessungsspezialisten und Betontechnologen. Er leitete die regelmäßigen Besprechungen zum Projektfortschritt mit der Bauherrin Alp Transit und regelte die Zusammenarbeit mit Subunternehmern, die beispielsweise für die Innengewölbeabdichtung oder das Betonwerk engagiert waren. Auch die Absprachen zu den eigenen Produktionseinheiten auf der Baustelle, wie beispielsweise zur maschinentechnischen Abteilung, zum Innenausbau oder der Logistik, lagen in seiner Verantwortung. Genauso die Abteilung Querschläge, die für den Ausbruch der Verbindungen zwischen den beiden Hauptröhren zuständig war. Zu technischen Anfragen aus den Abteilungen entwickelte er mit seinem Team Lösungsvorschläge.

„Die besonderen Herausforderungen eines Projektes wie des Basistunnels ergaben sich aus der außergewöhnlichen Länge“, so Mielenz. „Je weiter der Vortrieb voranging, desto länger waren die Anfahrtswege im Tunnel.“ Das beeinflusste die gesamtlogistischen Abläufe stark. Hier mussten optimale Wege gefunden werden. Die Komplexität erhöhte sich zusätzlich durch die parallele Ausführung von Tunnelvortrieb und Innenausbau. Um reibungslose Arbeitsabläufe sicherzustellen, war eine besonders exakte Planung nötig.

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