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Reisen für kleines Geld : Vielfalt gleich um die Ecke

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Grüne Hügel so weit das Auge reicht

Ebenfalls ein antikes Erbe hat Bath zu bieten. Allerdings liegt die 90.000-Einwohner-Stadt in einer völlig anderen Gegend Europas: in den grünen Hügeln Südenglands. Hier ist Nomen Omen, denn Bath heißt auf Deutsch Bad. Als die Römer den Ort im ersten Jahrhundert n. Chr. von den Kelten eroberten, fiel ihr Auge sofort auf die heißen Thermalquellen. Die von ihnen erbauten öffentlichen Bäder bescherten der Stadt ihren Ruhm als Kurort. In den folgenden Jahrhunderten gönnten sich auch englische Könige, Adlige und wohlhabende Bürger erholsame Aufenthalte. Bald war die Stadt nicht nur für ihre medizinische Heilkraft, sondern auch als Treffpunkt für die High Society und Künstler bekannt. So lebte hier etwa die britische Schriftstellerin Jane Austin („Stolz und Vorurteil“). Jährlich findet in Bath daher das „Jane Austen Festival“ statt – dieses Jahr im September zu ihrem 200. Todestag. Dann kommen dort Tausende Fans zusammen, die sich kostümieren, Bücher besprechen oder Filme ansehen. Doch das ganze Jahr über können sich Besucher in Spas und heißen Quellen erholen oder sich in Pubs aus dem 18. Jahrhundert vergnügen. Architekturliebhaber sollten genug Zeit für Rundgänge einplanen. Viele der prachtvollen Gebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert, etwa der halbkreisförmige Häuserkomplex Royal Crescent. Aber auch die gotische Abteikirche oder die erhaltenen Römischen Bäder sollte man sich nicht entgehen lassen.

Zwischen grünen Hügeln liegt Bath im Westen Englands. Die berühmteste Einwohnerin der Stadt ist bis heute Jane Austen. Jedes Jahr pilgern Tausende Fans zum „Jane Austen Festival“.

Von den Kelten geht es zu den Galliern. In die „rosarote Stadt“ im Südwesten Frankreichs: Toulouse. Der inoffizielle Beiname rührt von der Farbe der Ziegelsteine, aus denen die meisten Gebäude bestehen. Durch Toulouse fließt die Garonne. Deren Ufer säumen nicht nur Prachtbauten aus verschiedenen Jahrhunderten. Hier erholen sich auch unzählige Studenten, mit den Beinen im Wasser baumelnd oder auf den Wiesen liegend, von ihren Seminaren. Toulouse ist eine der drei größten Studentenstädte Frankreichs, jeder Fünfte der 500.000 Bewohner ist Student. Kein Wunder, dass hier in den unzähligen Pubs ständig gefeiert wird. Vor allem an der Place Saint-Pierre. Auch Kulturveranstaltungen gibt es zur Genüge, etwa das musikalische Sommerfestival Toulouse d’Été im Juli. Wer es lieber ruhiger mag, kann bei einem Stadtrundgang die rosarote Architektur bewundern. Zum Beispiel die romanische Basilika Saint-Sernin.

Eine Handvoll Kneipen in Weimar

Unsere Reise führt weiter in eine andere berühmte Universitätsstadt. Weimar, die Wirkungsstätte von Goethe und Schiller, war Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts Mittelpunkt deutscher Literatur und Wissenschaft. Gelegen in Thüringen am Fluss Ilm, hat das Städtchen heute 65.000 Einwohner. Rund 6.000 davon sind Studenten. Damals wie heute ist Weimar provinziell. Im besten Sinne. In wenigen Minuten kann man überallhin laufen, egal ob zum Goethe-Schiller-Denkmal am Theaterplatz, zum Bauhaus-Museum oder zum Stadtschloss. Wer sein Studium in einer anonymen Großstadt absolviert, wird bemerken, dass hier jeder jeden kennt und sich das Nachtleben auf eine Handvoll Kneipen in der Innenstadt konzentriert. Neben Museen wie den Wohnhäusern von Goethe und Schiller oder dem Neuen Museum sollten sich Besucher auch die vielen kulturellen Highlights nicht entgehen lassen: etwa das Festival „Weimarer Sommer“ von Juni bis September mit Straßenfesten, Konzerten und Freilufttheater.

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