https://www.faz.net/-gyl-a2rms

Verschwörungstheorien im Büro : Was tun mit Kollege Aluhut?

Ein Mann trägt auf einer Demo von Querdenken 711 in Stuttgart einen Aluhut Bild: dpa

Die Zahl der Corona-Leugner vergrößert sich rasant – auch im Büro. Wie können Kollegen und Vorgesetzte reagieren, wenn Theorien zu Bill Gates’ Verstrickungen und 5-G-Chips auf der Arbeit Einzug halten?

          4 Min.

          Erst sind es nur kleine Bemerkungen im Büro, irgendwann weigert sich der Kollege, Maske zu tragen. „Dann schickt er Youtube-Videos, die reine Phantasieprodukte sind“, sagt Sabine Riede. So in etwa könnte es ablaufen, wenn der Büronachbar zum Corona-Leugner wird. In Riedes Leben spielen Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben, eine große Rolle. Sie ist Leiterin der Sekten-Info Nordrhein-Westfalen, eines vom Bundesland geförderten Vereins, der auch Betroffene von Verschwörungstheorien berät.

          Gustav Theile
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Riede begegnet täglich einer gesellschaftlichen Entwicklung, die an diesem Wochenende nicht nur die Stufen des Reichstages, sondern längst auch die Arbeitswelt erreicht hat: In der Corona-Krise haben viele Menschen angefangen, an Verschwörungstheorien zu glauben – an angebliche finstere Pläne von Bill Gates etwa, der der Menschheit Computerchips implantieren wolle, oder an einen Zusammenhang zwischen 5G-Netzen und dem Coronavirus. Dass das auch für Unternehmen zur Herausforderung wird, hat das Beispiel des Bonner Basketball-Profis Joshiko Saibou ganz deutlich gezeigt: Die Telekom Baskets Bonn kündigten seinen Vertrag, nachdem er an einer Demo von Corona-Leugnern teilgenommen hatte. Saibou wehrt sich, die Parteien sehen sich vor Gericht wieder. Und sollte eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz eingeführt werden oder die Demonstrationen an Zulauf gewinnen, dürften Konflikte mit Maskenverweigerern in der Belegschaft unumgänglich werden.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wie sensibel darf es sein? Der Philosoph Richard David Precht während der phil.Cologne im September 2021

          Precht und Flaßpöhler : Sie nennen es Freiheit

          Die haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte vor. Für die neue pandemische Situation ist das fatal.
          Ein Mann demonstriert gegen die Impfpflicht vor dem Florida State Capitol in Tallahassee.

          Weg aus der Pandemie : Warum wir eine Impfpflicht brauchen

          Wie kommt man nur darauf, dass jeder selbst entscheiden kann, ob das Virus echt ist? Über die seltsame Realitätsverweigerung der Impfgegner. Ein Gastbeitrag