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Katholische Priesterausbildung : Das Erzbistum Köln auf konkordatswidrigen Abwegen

  • -Aktualisiert am

Mit Tradition: Die Bonner Uni Bild: Mauritius

Das Erzbistum Köln macht der katholischen Fakultät Bonn durch ein Priesterseminar Konkurrenz. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          In Köln hat die Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Existenz verdankt sie Kardinal Woelki, der für ihre Gründung die Hochschule der Steyler Missionare in Sankt Augustin nutzte. Als diese aus Kostengründen aufgegeben werden sollte, übernahm 2020 eine gemeinnützige GmbH unter der Ägide des Kardinals die Trägerschaft mit dem Ziel, den dort eingeschriebenen Priesteramtskandidaten das weitere Studium bis zum Abschluss zu ermöglichen. Aus diesem zeitlich beschränkten Engagement wurde eine auf Dauer angelegte Ein­richtung. Die Hochschule wurde nach Köln verlagert, ihr Name geändert und ihre Struktur verstetigt. Kardinal Woelki ist ihr Großkanzler, die ersten Professoren sind er­nannt, der Lehrbetrieb ist aufgenommen. Ohne die Hürden einer Neugründung nehmen zu müssen, fungiert die ehemalige Steyler-Hochschule als Mantel einer neuen Ausbildungsstätte für angehende Priester und Studierende der Theologie.

          Diese wundersame Mutation verwundert nicht nur wegen der Kostspieligkeit, sondern auch wegen des offensichtlich fehlenden Bedarfs. Traditionell findet die Ausbildung der Priester des Erzbistums Kölns an der Universität Bonn statt, deren Katholisch-Theologische Fakultät diese Auf­gabe seit 200 Jahren wahrnimmt. Zu­dem verstößt die Etablierung der Hochschule gegen das einschlägige Konkordat, das der Heilige Stuhl 1929 mit dem Freistaat Preußen geschlossen hatte, um die Beziehungen zwischen Staat und Kirche verbindlich zu regeln.

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