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Vergütung aktuell : Europa rückt näher zusammen

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Bild: F.A.Z.

Die Gehälter werden in Deutschland 2005 weniger stark steigen als in anderen europäischen Ländern. Vor allem in Osteuropa werden die Einkommen stärker zulegen als in Deutschland und anderen traditionellen Hochlohnländern.

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          Die Gehälter werden in Deutschland 2005 weniger stark steigen als in anderen europäischen Ländern. Vor allem in Osteuropa werden die Einkommen stärker zulegen als in Deutschland und anderen traditionellen Hochlohnländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Mercer, die weltweit die wirtschaftliche Situation und Gehaltstrends untersucht.

          Danach ist in der Europäischen Union im neuen Jahr mit einem durchschnittlichen Anstieg der Gehälter um 2,1 Prozentpunkte über der Inflationsrate zu rechnen. Für Deutschland prognostiziert die Studie eine Erhöhung des Grundgehalts um 2,3 Prozent bei einer Inflationsrate von 1,5 Prozent.

          Starke Einkommenszuwächse in Osteuropa

          Diesem realen Einkommenszuwachs von 0,8 Prozent stehen Steigerungen in Osteuropa von bis zu 7,7 Prozent gegenüber. Diesen Wert erzielt nach der Studie Litauen mit Gehaltserhöhungen von 9,9 Prozent und einer Inflationsrate von 2,2 Prozent. Der baltische Staat ist damit sogar weltweit Spitzenreiter. (Andere Studien kommen zu anderen Ergebnissen, siehe FAZ vom 24. Dezember.)

          In der Liste der ersten fünf folgen ihm Indien, Bulgarien, Lettland, Serbien-Montenegro und die Türkei - also eine starke Dominanz aus Osteuropa. „Die Gehaltsniveaus im europäischen Markt werden sich allmählich stärker annähern. Während wir in den Niedriglohnländern signifikante Gehaltssteigerungen erwarten, beobachten wir einen klaren Trend zu geringen Gehaltserhöhungen in den Hochlohnländern“, sagt Ulrico Lucchi, Director Global Information Services bei Mercer.

          Von den alten EU-Ländern erwartet Griechenland im neuen Jahr die höchsten Zuwächse - 5,2 Prozent Lohnerhöhungen bei einer voraussichtlichen Inflation von 2,8 Prozent. Knapp vor Deutschland liegen Österreich und Polen, wo die Gehälter inflationsbereinigt um ein Prozent steigen.

          Stärkere Erhöhungen bei Führungskräften

          In Deutschland werden die Führungskräfte auch im neuen Jahr etwas besser dastehen als die einfacheren Mitarbeitergruppen: Nach den Berechnungen von Mercer können sich Mitarbeiter des mittleren und oberen Managements auf ein um 2,5 Prozent höheres Gehalt freuen. Arbeitnehmer aus Vertrieb und Verwaltung sowie technisches Fachpersonal müssen sich dagegen mit 2,2 Prozent zufriedengeben.

          Unberücksichtigt blieben bei der Studie die variablen Vergütungselemente. „In Deutschland setzt sich die Tendenz zur starken Variabilisierung der Gehälter mittlerweile auch bei mittelständischen Unternehmen durch. Dadurch werden die teilweise geringen Steigerungen im Grundgehalt kompensiert“, so Lucchi. Bescheiden auch der Gesamtausblick: Für die deutsche Wirtschaft sagt die Studie mit 1,4 Prozent ein etwas geringeres Wachstum voraus als 2004 (1,8 Prozent).

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